Acht Fragen an: Karlheinz Hornung
„Niemand bestreitet die Logik“

MAN will Scania übernehmen und hat deren Großaktionäre gegen sich. Karlheinz Hornung, Finanzvorstand von MAN, sprach mit dem Handelsblatt über die Realisierung der Übernahmepläne und die Rolle des Autokonzerns VW beim Poker um Scania.

Handelsblatt: Herr Hornung, MAN will Scania und hat deren Großaktionäre gegen sich. Sind Sie sicher, dass Sie sich durchsetzen können?

Hornung: Da sind wir sehr zuversichtlich. Es ist doch normal, dass Großaktionäre zum jetzigen Zeitpunkt Zurückhaltung zeigen. Wir mussten, auch im Interesse unserer Aktionäre, das Angebot vor der Zeit veröffentlichen.

Das heißt, Ihre Offerte hat VW überrascht, nun wird gepokert?

Wir sind seit mindestens zwei Monaten mit den Großaktionären im Gespräch und werden unsere Vision in den kommenden sechs Wochen weiter erläutern. Die industrielle Logik unseres Vorschlags hat keiner der Großaktionäre bestritten. Und auch die Aktienmärkte geben uns Recht.

Haben Sie noch genügend Luft, um nachzubessern?

Ich halte unser Angebot für attraktiv und richtig, auch weil wir es bewusst als Mix aus Aktien und Barangebot gemacht haben.

Der größte Einzelaktionär VW scheint vor allem an einer nennenswerten Beteiligung an MAN Interesse zu haben. Wäre das für Sie ein Problem?

Nein, nach dem jetzigen Angebot würde VW ja schon Großaktionär mit einem zweistelligen Anteil am Unternehmen werden.

Sie hätten auch kein Problem, die VW-Fabrik für schwere Lkw in Brasilien zu integrieren? Wir würden das sogar begrüßen.

MAN-Scania soll eine Gesellschaft nach europäischem Recht (SE) werden, in der deutsches Mitbestimmungsrecht verankert wird. War das der Preis für die Zustimmung der Gewerkschaft?

Bis auf den Scania-Chef kenne ich bisher niemanden, der den Sinn des Vorhabens in Zweifel zieht. Und mit der SE wollen wir demonstrieren, dass wir ein neues europäisches Unternehmen bauen.

Ist Herr Samuelsson deshalb heute in seine Heimat gereist?

Unser CEO genießt hier sehr hohes Ansehen. Für uns war es selbstverständlich, das Angebot in Schweden zu präsentieren.

MAN galt immer als solider deutscher Traditionskonzern. Passt eine feindliche Übernahme dazu?

Wir sehen keine feindlichen Aspekte; gerne hätten wir uns die Zeit genommen, das Scania-Management von unseren Ideen zu überzeugen. Aber nun ist es anders gekommen.

Die Fragen stellte Christoph Hardt.

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