Acht Prozent Zuwachs angestrebt
Kosmetik-Geschäft treibt Beiersdorfs Erfolg

Doppelt so schnell zu wachsen wie der Markt, dieses Ziel hat sich der Hamburger Beiersdorf-Konzern auch in diesem Jahr wieder für sein Kosmetik-Geschäft gesetzt. Die Expansion der Marke Nivea kennt keine Grenzen, die Nachfrage in Ländern Asien, Osteuropa und Südamerika ist riesig und auch im schwierigen US-Geschäft baut Beiersdorf seinen Umsatz nach und nach aus.

FRANKFURT. Acht Prozent Zuwachs will Beiersdorf-Chef Thomas-Bernd Quaas 2008 realisieren, auch das Betriebsergebnis von zuletzt rund 11,2 Prozent des Umsatzes soll weiter gesteigert werden. Und während Marktführer L’Oréal vor dem Hintergrund unsicherer Konjunkturerwartungen seine Umsatzprognose von acht Prozent zur Jahresmitte erst einmal nach unten schraubte, hält das im M-Dax notierte Unternehmen Beiersdorf bislang an seinemWachstumsziel fest.

Die vor ein paar Jahren eingeschlagene Strategie der Konzentration auf das Geschäft mit Haut und Schönheitspflege hat dem Hamburger Konzern im vergangenen Jahr, dem 125. seines Bestehens, einen Rekordumsatz von mehr als 5,5 Mrd. Euro beschert. Damit ist das Unternehmen etwa ein Drittel so groß wie Branchenprimus L’Oréal und erreicht ein Elftel des Umsatzes des US-Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Um die Markenstärke von Nivea, der größten Körperpflegemarke der Welt, werden die Hamburger aber auch von der Konkurrenz bewundert.

Ausgehend von der runden blauen Dose mit der weißen Schrift, der Mutter aller Cremes, hat Nivea mittlerweile nahezu alle Segmente des Haar- und Schönheitspflegemarktes erobert: Mit Produkten für junge und ältere Frauen, das Kind – und seit einiger Zeit mit großen Erfolg auch für den Mann.

Seit Jahren wird immer wieder darüber spekuliert, dass sich Beiersdorf im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft von seiner zweiten Geschäftssparte trennen könnte, dem Klebstoffgeschäft der Marke Tesa. Tesa trägt mit knapp 850 Mill. Euro Umsatz rund 15 Prozent zum Beiersdorf-Umsatz bei. Angeblich scheitert der Verkauf von Tesa bislang immer am Widerstand der Eigentümerfamilie Herz, die über ihre Beteiligungsgesellschaft Maxingvest 50,5 Prozent an Beiersdorf hält.

Neue Nahrung bekam die Spekualtion im Juli: Der Hamburger Konzern gab bekannt, sich von seiner Tochtergesellschaft Bode Chemie trennen zu wollen. Der Desinfektionsmittelproduzent trägt mit 70 Mill. Euro Umsatz einen vergleichweise kleinen Teil zum Beiersdorf-Umsatz bei, der Kundenstamm findet sich eher im industriellen Sektor. Damit ist Bode ganz anders aufgestellt als das auf den Endverbraucher ausgerichtete Klebstoffgeschäft von Tesa.

Tesa arbeitete 2007 mit einer Umsatzrendite von 10,4 Prozent sehr profitabel. Das ändert allerdings nichts an der Einschätzung vieler Analysten, dass ein reiner Kosmetik-Konzern Beiersdorf wohl höher zu bewerten sei, als ein gemischter Konsumgüterkonzern inklusive Tesa.

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