Acht Tonnen mehr als geplant
A350 kämpft gegen Übergewicht

Der Airbus-Hoffnungsträger A350 steht vor großen Entwicklungshürden. Zwei Jahre nach dem Neustart des Projekts steht der Flugzeughersteller immer noch vor ungelösten Problemen. Doch die Zeit drängt.

MÜNCHEN/PARIS. So fehlen zum einen die Risikopartner für die Entwicklung der Maschine, zum anderen wachsen die technischen Probleme bei der Konstruktion. Airbus will wie Konkurrent Boeing das Flugzeug erstmals komplett aus Kohlefaser fertigen.

"Die A350 hat ein Gewichtsproblem", heißt es in Branchenkreisen. Nach Handelsblatt-Informationen liegt das Gewicht des jetzigen Entwurfs um mindestens acht Tonnen über den internen Planwerten. Airbus hat bislang offiziell noch keine Angaben zum Leergewicht der Maschine gemacht.

Zudem sind entscheidende Parameter wie die elektronische Abschirmung der Kabine sowie deren Geräuschdämmung noch nicht gelöst. Doch die Zeit drängt: Bis zum Ende des Jahres will Airbus die Probleme gelöst haben. Airbus hat den Produktionsstart für 2011 in Aussicht gestellt, Mitte 2013 soll die erste A350 ausgeliefert werden.

"Probleme mit dem Gewicht sind zu diesem Zeitpunkt nicht ungewöhnlich", sagt ein Airbus-Sprecher in Toulouse. Man sei zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können. "Entscheidend sind die Eigenschaften der Maschine, die wir am Ende den Fluggesellschaften bieten können." Airbus setzt große Hoffnungen in das neue Langstreckenflugzeug, dass mindestens zehn Milliarden Euro Entwicklungskosten verschlingen wird. Gegenüber ihren Vorgängermodellen soll die A350 auch aufgrund ihres geringeren Gewichts bis zu 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen.

Die Maschine wird je nach Ausführung zwischen 270 und 350 Passagieren Platz bieten. Dieses Segment gilt derzeit als das wachstumsstärkste in der Luftfahrtindustrie. Bislang liegen 362 Festbestellungen für die A350 vor, Boeings Dreamliner hat aber mit rund 800 Bestellungen noch einen deutlichen Vorsprung im Markt.

Airbus hat einen ersten Entwurf seiner A350 im Juni 2006 verworfen, weil wichtige Kunden die Maschine gegenüber dem Boeing-Dreamliner als nicht konkurrenzfähig einstuften. Seitdem entwickelt Airbus das neue Modell mit Hochdruck, auch um den vermuteten Wettbewerbsvorsprung des amerikanischen Erzrivalen nicht zu groß werden zu lassen. Doch auch die Amerikaner kämpfen mit großen Problemen: Boeing musste schon dreimal den Lieferplan der 787 verschieben, der Erstflug wurde auf Ende diesen Jahres verschoben.

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