ACS-Übernahmepläne
Hochtief prüft jetzt „alle Optionen“

Die Spannung steigt bei der Hochtief-Übernahmeschlacht: Während der bedrängte deutsche Branchenprimus zur Abwehr gegen den Angreifer ACS die australische Börsenaufsicht eingeschaltet hat, bekamen die Spanier Unterstützung von einem Londoner Hedgefonds. Noch ist der Ausgang der erbittert geführten Auseinandersetzung offen. Am Montag bereitet Hochtief den nächsten Schlag vor.
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HB FRANKFURT. Deutschlands größter Baukonzern bereitet im Kampf gegen eine Übernahme durch den spanischen Großaktionär ACS die nächste Abwehrmaßnahme vor. Der Ad-hoc-Ausschuss des Aufsichtsrats werde am Montag erneut zusammentreten, sagte eine Hochtief-Sprecherin am Sonntag und bestätigte damit Informationen des "Spiegel". Zur Tagesordnung wollte sie sich nicht äußern. Finanzkreisen zufolge will das Gremium über weitere Maßnahmen zur Abwehr des spanischen Baukonzerns beraten.

Hochtief hatte den Ad-hoc-Ausschuss des Aufsichtsrats ins Leben gerufen, um Beschlüsse rasch vorbereiten zu können. Die beiden ACS-Vertreter im Aufsichtsrat gehören dem Ausschuss nicht an.

Um den Druck auf die Spanier zu erhöhen, will der Baukonzern aus Essen den Konkurrenten bereits zu einem Übernahmeangebot auch für seine Australien-Tochter Leighton zwingen und damit den Preis für eine Übernahme in die Höhe treiben. Die Deutschen haben einen entsprechenden Antrag an die australischen Börsenaufsicht angekündigt.

Die Spanier halten knapp 30 Prozent der Hochtief-Anteile. ACS bietet acht eigene Anteilsscheine für jeweils fünf Hochtief-Titel an. Einen Aufschlag für die Anteilseigner gibt es damit nicht. Zum Zeitpunkt der Ankündigung bewertete ACS die Hochtief-Aktie mit rund 56 Euro, zuletzt lag der Börsenkurs bei 63,75 Euro.

"Wo für Hochtief und vor allem seine Aktionäre die Vorteile liegen sollen, erkennen wir nicht, und dies hat auch ACS noch nicht dargelegt", hatte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter gesagt. Auch bei den Mitarbeitern stößt ACS auf Ablehnung. Sie befürchten, ACS wolle die Axt bei den 11.000 deutschen Hochtief-Arbeitsplätzen und den 68.000 Stellen weltweit anlegen.

Hochtief wird bei seinen Abwehrplänen von Goldman Sachs, der Credit Suisse und der Deutschen Bank beraten. Das Team werte alle verfügbaren Informationen aus und prüfe "alle Optionen", hatte ein Hochtief-Sprecher gesagt. Der Konzern hat auch die deutsche Politik um Unterstützung im Kampf gegen ACS gebeten, war damit bei der Bundesregierung allerdings auf Ablehnung gestoßen.

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