Actavis und BioPartners
Isländer greifen nach Schweizer Biotechfirmen

Nachahmermedikamente aus Biotechprodukten können einer der großen Wachstumsmärkte für die Pharmabranche werden. Der isländische Generika-Hersteller Actavis versucht sich deswegen nun mit der Übernahme des Schweizer Biotechunternehmen BioPartners in Position zu bringen.
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FRANKFURT. Der isländische Generika-Konzern Actavis prüft einen Einstieg bei dem Schweizer Biotechunternehmen BioPartners. Konkret geht es um 51 Prozent, die Actavis von der Biopartners Muttergesellschaft Bioton kaufen will, wie Bioton bekannt gab. Das polnische Biotechunternehmen hat Biopartners 2007 für rund 78 Mio. Dollar erworben.

Biopartners hat vor Jahren als eine der weltweit ersten Firmen überhaupt die Zulassung für ein Nachahmermedikament eines Biotechprodukts bekommen. Diese neue Generation von Generika, so genannte Biosimilars, versprechen ein Milliardenmarkt zu werden, da in den nächsten Jahren viele große Biotechmedikamente ihren Patentschutz verlieren. Allerdings gilt die Entwicklung von Biosimilars als schwierig und teuer.

Actavis will unter dem seit Juli amtierenden neuen CEO Claudio Albrecht, das Biosimilargeschäft deutlich ausbauen, wie Albrecht dem Handelsblatt sagte. Albrecht leitete früher den deutschen Generika-Konzern Ratiopharm. Actavis, die in diesem Jahr 1,8 Mrd. Euro Umsatz erreichen will, gehört zu den großen Anbietern im Markt. Im Biosimilar-Markt sind bislang Teva/Ratiopharm, Hexal/Sandoz und auch Stada aktiv.

Actavis hat laut Bioton bis 1. November das exklusive Recht, in die Bücher von BioPartners zu schauen. Zudem planen Actavis und Bioton eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem Vertrieb verschiedener Medikamente. Bioton, die 2009 einen Jahresumsatz von umgerechnet 36,5 Mio. Euro ist das größte Biotechunternehmen Polen, und macht rund die Hälfte seines Umsatzes mit Insulin. Bioton beliefert hier sehr stark die osteuropäischen und chinesischen Märkte.

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