Additive Fertigung
3D-Druck erreicht den Maschinenbau

Zeitsparend und günstiger – 3D-Druck wird in Unternehmen zunehmend beliebter. Auch im Maschinenbau ist die Methode im Kommen. Schon warnen Experten: „Wer jetzt nicht mitmacht, ist in ein paar Jahren raus.“

FrankfurtEin maßgefertigter Laufschuh, nach ein paar Schritten auf dem Laufband gleich im Geschäft im 3D-Drucker geformt – der Sportartikelhersteller Adidas tüftelt an dieser Vision. Anderswo ist das schon Wirklichkeit: Flugzeugbauer und Medizintechnikfirmen setzen den 3D-Druck – oder sogenannte Additive Fertigungstechnologien – zum Teil schon serienmäßig ein. Auch Brillen und künftig vielleicht sogar ganze Autoteile kommen aus dem Drucker. Prognosen zufolge könnte sich das Marktvolumen in den kommenden Jahren verfünffachen.

Als Drucker, wie sie im Büro stehen, darf man sich die industriellen Anlagen natürlich nicht vorstellen. Bei der Additiven Fertigung werden Metall- oder Kunststoff-Pulver Schicht für Schicht verschmolzen und übereinandergelegt, bis etwa ein Bauteil oder Implantat in seiner gewünschten Form entsteht.

Im Unterschied zu herkömmlichen Methoden, bei denen ein Werkzeugteil beispielsweise aus einem größeren Metallblock gesägt oder gefräst wird, spart diese Methode Material. Die Technologie kann bionische – also der Natur nachempfundene – Formen kreieren, was Bauteile filigraner und leichter macht. Außerdem kostet es weniger Zeit und Geld, wenn einzelne Prozessschritte und Transportwege wegfallen.

Flugzeugbauer, bei denen jedes in der Luft eingesparte Gramm Treibstoff spart, sehen riesiges Potenzial und sind daher Vorreiter. So geht Airbus jetzt mit dem 3D-Druck in Serie und baut doppelwandige Benzinrohre aus Titan selbst. Das koste nur die Hälfte. Bauteile aus Edelstahl und Aluminium sollen bald ebenfalls aus dem 3D-Drucker kommen. General Electric (GE) rechnet damit, dass eine Verringerung des weltweiten Treibstoffverbrauchs um ein Prozent in der Luftfahrtindustrie zu Einsparungen von 30 Milliarden US-Dollar (27 Milliarden Euro) in 15 Jahren führen könnte.

SLM Solutions, ein Unternehmen aus Lübeck, das seit 2011 mit der Technologie am Markt ist, zählt außer der Luft- und Raumfahrtbranche auch den Energiesektor, die Medizintechnik sowie die Automobilbranche samt Zulieferern zu seinen Kunden. Vorstandschef Markus Rechlin spricht von einem „Markt am Wendepunkt“: Industriekunden kauften nicht mehr nur kleine Maschinen, um mit der neuen Technologie zu experimentieren, sondern zunehmend mehrere und auch größere Anlagen. 2015 hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr etwa verdoppelt.

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