Adidas bleibt Ausrüster
Deutsche Elf weiter in drei Streifen unterwegs

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird auch künftig in Trikots mit den drei Streifen von Adidas auflaufen. In Zukunft muss der Sportartikelhersteller für den prestigeträchtigen Ausrüstervertrag allerdings angeblich weitaus tiefer in die Tasche greifen.

HB MÜNCHEN. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stimmte gegen den Willen der Vertreter des Bundesliga-Verbandes DFL dem Vergleichsvorschlag eines Schiedsgerichts zu, der eine Verlängerung des bis 2010 laufenden Vertrags mit dem angestammten Partner vorsieht, wie der Verband am Freitag mitteilte. Damit hat Adidas die Attacke des US-Rivalen Nike erfolgreich abgewehrt, der deutlich mehr geboten hatte, muss aber für den prestigeträchtigen Ausrüstervertrag offenbar tiefer in die Tasche greifen.

Der DFB und Adidas wollten sich zu Details nicht äußern und verwiesen auf eine für Montag angesetzte Pressekonferenz am Adidas-Firmensitz in Herzogenaurach. Medienberichten zufolge muss Adidas ab sofort 20 Mill. statt elf Mill. Euro pro Jahr an den DFB überwiesen, ab 2011 bis 2018 dann 25 Mill. Euro. Adidas-Chef Herbert Hainer hatte aber am Mittwoch bei einem Investorenvertrag in Canton in den USA betont, dass der bestehende Vertrag von den Verhandlungen nicht betroffen sei.

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hatte für die Ausrüstung aller Fußball-Nationalmannschaften insgesamt 500 Mill. Euro für die acht Jahre ab 2011 geboten - ein Vielfaches dessen, was Adidas bisher gezahlt hatte und deutlich mehr, als die Franken künftig zahlen werden. Ein Sprecher von Nike Deutschland räumte die Schlappe ein. „Der deutsche Fußball hat eine große Chance vertan“, sagte er. Rechtliche Schritte, um die Entscheidung anzufechten, seien nicht geplant.

Die Vertreter des Ligaverbandes DFL, in dem die 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga zusammengeschlossen sind, stimmte gegen den Kompromiss. Der neue DFL-Präsident Reinhard Rauball kritisierte vor allem die Laufzeit und die Vertragsinhalte heftig. Die Vertreter der DFL im DFB-Präsidium müssten im Interesse der Bundesliga-Vereine handeln, begründete er die Ablehnung. Dem Ligaverband stehen 18 Prozent der Erlöse aus der Vermarktung der Nationalmannschaft zu.

Entzündet hatte sich der Streit an der Frage, ob Adidas und der DFB im Sommer 2006 den Vertrag bereits verlängert hatten oder nicht, nachdem dem Verband die attraktive Offerte aus den USA ins Haus flatterte. Während Adidas darauf pochte, dass die Partnerschaft im Gegenzug für die Freigabe der Schuhwahl der Nationalspieler bis 2014 verlängert worden sei, beharrte der DFB darauf, dass der Vertrag nicht rechtskräftig ausgedehnt wurde. Bis dahin mussten die Kicker, wenn sie für Deutschland antraten, neben den Trikots mit drei Streifen auch Adidas-Fußballschuhe tragen, auch wenn sie im Verein in Schuhen anderer Hersteller spielten.

Begründet hatte die jahrzehntelange Verbindung von DFB und Adidas dessen Firmengründer Adi Dassler, der mit austauschbaren Schraubstollen beim „Wunder von Bern“ 1954 - dem ersten WM-Titel für Deutschland - Furore machte. Dassler saß bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft sogar mit auf der Bank.

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