Adidas-Chef Hainer
„Reebok beginnt jetzt erst zu blühen“

Schaffen wir das? Ja, wir schaffen das – Adidas-Chef Herbert Hainer ist im Interview mit dem Handelsblatt fest davon überzeugt, dass die US-Tochter Reebok einen nachhaltigen Turnaround hinbekommen hat. Von weiteren Zukäufen will Hainer indes erst einmal die Finger lassen. Das gilt auch für eine bekannte Outdoor-Marke.
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Handelsblatt: Herr Hainer, die deutsche Outdoor-Marke Jack Wolfskin steht zum Verkauf. Greifen Sie zu?

Herbert Hainer: Adidas wird Jack Wolfskin definitiv nicht kaufen. Wir haben das geprüft und so entschieden, da wir mindestens genauso viel Potenzial mit der Marke Adidas im Outdoor-Bereich haben. Bisher haben wir das nur unzureichend ausgespielt.

Lässt sich die Drei-Streifen-Marke beliebig spreizen?

Nicht beliebig, aber Outdoor geht definitiv. Wir sind in diesem Bereich seit 30 Jahren aktiv, haben mit Reinhold Messner den Trekking-Schuh erfunden. Wenn wir Outdoor unter der Marke Adidas weiter entwickeln, zahlt jeder Euro, den wir zum Beispiel für Kommunikation im Fußball ausgeben, auch auf den Outdoor-Bereich ein, weil die Marke bekannter wird. Kaufe ich eine weitere Marke zu, müsste ich die wieder extra unterstützen. Im Fall Jack Wolfskin kommt hinzu, dass sie zwar einen internationalen Namen haben, aber im Grunde eine rein deutsche Marke sind.

Sie suchen Sportfirmen mit internationalem Anstrich?

Ich habe im Moment keine weiteren Zukäufe im Kopf, weil wir mit unseren Marken noch sehr viel Potenzial haben. Reebok etwa beginnt jetzt erst zu blühen. Wir sind mit Reebok noch nicht groß im Textilgeschäft, wir sind nicht komplett internationalisiert. Und schauen sie sich Adidas in den USA an: Auch da haben wir unser Potenzial bisher nicht ausgeschöpft.

Was wollen Sie konkret ändern, um stärker im Heimatland des Erzrivalen Nike wildern zu können?

Nun, wir haben verstärkt Manager in Amerika angesiedelt, die Produkte nur für den US-Markt entwerfen …

... gab's die bisher etwa nicht?

Sagen wir so: Wir haben viel in Herzogenaurach gemacht. In bestimmten Bereichen ist der US-Markt aber anders. Ich brauche dort niemanden, der Fußballschuhe macht. Aber im Basketball oder in den unteren Preissegmenten des Laufbereichs brauchen wir Spezialisten vor Ort.

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