Adidas im Gespräch
Sportartikelhersteller Arena sucht einen Käufer

Der italienische Sportartikelhersteller Arena steht voraussichtlich zum Verkauf. Der bisherige Besitzer BS Private Equity will verkaufen und hat die Investmentbank Morgan Stanley damit beauftragt zu sondieren, wer als Käufer für den auf Schwimmsport spezialisierten Hersteller infrage kommt. Als möglicher Interessent wird der deutsche Sportkonzern Adidas gehandelt.

MÜNCHEN/MAILAND. „Ein formeller Verkaufsprozess hat jedoch noch nicht begonnen“, sagte eine Sprecherin von BS Private Equity.

Arena gehört zu den größten Herstellern von Schwimmsportartikeln. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit Sitz im zentralitalienischen Tolentino 82 Mill. Euro umgesetzt. Insgesamt sieben Medaillengewinner hatte die Firma bei den Olympischen Spielen in diesem Sommer unter Vertrag. Auch das ungarische Wasserball-Team, das die Goldmedaille holte, kleidete sich in Arena. In der Vergangenheit gehörte auch die deutsche Weltrekordlerin Franziska van Almsick zu den Athleten, die mit dem dreiteiligen pfeilförmigen Logo antraten.

Für Arena wäre ein Verkauf bereits der dritte Eigentümerwechsel innerhalb weniger Jahre. BS Private Equity hat das Unternehmen 2006 von einem anderen Finanzinvestor, dem italienischen Investitori Associati, übernommen. Der hatte Arena 2002 von der Bayerischen Landesbank übernommen, die sich in den 90er-Jahren an dem Unternehmen beteiligt hatte. Der Preis, den BS Private Equity bezahlt hat, wird auf rund 60 Mill. Euro geschätzt. Vorstandschef Cristiano Portas hält zehn Prozent an dem Unternehmen.

Adidas wollte sich am Mittwoch nicht zu einem möglichen Einstieg bei Arena äußern. Eine Übernahme durch den deutschen Sportkonzern wäre eine Rückkehr in die Heimat: Das Unternehmen ist 1973 von Horst Dassler, dem Sohn des Adidas-Gründer Adi Dassler, ins Leben gerufen worden.

Der Markt für Schwimmbekleidung ist hart umkämpft. Vor allem im Spitzensegment für Leistungssportler setzen die Hersteller immer stärker auf High-Tech-Materialien, die die Schwimmer noch schneller durch das Wasser gleiten lassen. Dieses Top-Segment wird derzeit klar von Speedo dominiert. Speedo hat als erster auf die neuen Wettkampfregeln reagiert und bei den jüngsten Olympischen Spielen mit seinen Hightech-Anzügen für Furore gesorgt. Viele Schwimmer haben nicht zuletzt dank der neuen Anzüge neue Rekorde erreicht.

Die Neu-Entwicklung von Speedo hat auch Arena stark unter Druck gesetzt; einige Athleten drohten im Frühjahr bereits, zur Konkurrenz abzuwandern. Im letzten Moment und nach nur drei Monaten Entwicklungszeit hat auch das Unternehmen in Tolentino im Sommer ein ähnliches Produkt vorgestellt.

Nicht alle Produzenten wollen bei diesem schwierigen Wettrennen mitspielen. Der Sportartikel-Marktführer Nike etwa zieht sich derzeit komplett aus diesem Segment zurück. Nur das Geschäft mit Badebekleidung im Freizeitbereich will Nike weiterführen.

Adidas will hingegen auch weiterhin die Top-Schwimmer ausstatten. Der Anspruch der Franken ist es, die olympische Sportmarke schlechthin zu sein. Damit könnten sie theoretisch auch eine Marke wie Arena gut gebrauchen.

Außer den Wettkampfanzügen stellt Arena auch Badekappen, Chlorbrillen und Badesandalen her, ebenso wie Bikinis und Badehosen für die Freizeit und den Strand. Zu den Innovationen im Freizeitbereich gehört ein Unter-Wasser-MP3- Player, den Arena gemeinsam mit Oregon Scientific entwickelt hat.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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