Adidas im Shitstorm
Der rassistische Turnschuh

Vom Style-Objekt zum „Sklaven-Schuh“: Adidas hat in den USA einen Skandal ausgelöst – wegen eines neuen Modells, das an die Unterdrückung der Schwarzen erinnert. Der Konzern entschuldigte sich und zog eilig Konsequenzen.
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WashingtonAußerhalb Amerikas würden sich Menschen wohl vor allem folgende Frage stellen: Warum in aller Welt braucht ein Turnschuh eine Kette, mit der man ihn am Schienbein festbinden muss? Fliegt er sonst weg? Geschichtsbewusste Amerikaner stellen sich dagegen eine viel größere und ernstere Frage: Kann ein Turnschuh rassistisch sein?

Ja, lautet die Antwort, und sie hat dem Sportartikelhersteller Adidas in den USA ein PR-Debakel sondergleichen eingebrockt. Die Zutaten: ein deutscher Weltkonzern, ein irrlichternder Designer, ein dunkles Kapitel der US-Geschichte und eine hyper-erregbare Internet-Öffentlichkeit.

Es geht um das neue Turnschuh-Modell „JS Roundhouse Mid“ – lila Ungetüme mit einem Zusatzaccessoire: orangefarbene Plastik-Fußketten. Entworfen hat den Sneaker der angesagte US-Designer Jeremy Scott, und Adidas wollte das Modell im August auf den US-Markt bringen. „Verschärfe deinen Style“, hatten die Deutschen am Donnerstag vergangener Woche auf der Facebook-Seite geworben, „mit Sneakers so heiß, dass man sie am Knöchel festbinden muss“.

Das Problem: Die Ketten ähneln fatal den Fußfesseln, mit denen in den USA früher Sklaven unterjocht wurden. Und so dauerte es nicht lange, bis sich Internet-Nutzer empörten und das Ganze von Tag zu Tag zu einem Shitstorm anwuchs. „Dumme Deutsche! Schaut in eure Vergangenheit“, schrieb eine Nutzerin auf der Facebook-Seite des Konzerns. „Ich werde nie wieder Adidas-Schuhe kaufen“, kündigte ein anderer an. Wieder einer schimpfte: „Ihr habt mein Bild von eurem Konzern komplett umgedreht. Ihr macht Euch Rassismus, Hass, Unterdrückung und das Böse zu eigen“.

Kommentare zu " Adidas im Shitstorm : Der rassistische Turnschuh"

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  • Hallo,

    den Fall des rassistischen Turnschuhs habe ich auch in meinem Beitrag zu Auslösern von Shitstorms aufgenommen. In dem Beitrag geht es darum, wie der Verstoß gegen gesellschaftliche Werte zu Shitstorms führen kann. Dieser Fall von Adidas ist besonders interessant, weil er zeigt, dass globale Player sich dringend mit den Werten der Länder auseinandersetzen müssen, in die sie expandieren. Dass ein deutsches Unternehmen die Krux von Fußfesseln bei einer afroamerikanischen Zielgruppe unterschätzt, ist leider ein Negativbeispiel hierfür.

    Mein Artikel ist unter den folgenden Links verfügbar. Über kritische Kommentare, Likes und Shares würde ich mich freuen!
    https://www.facebook.com/ShitstormSchnueffler/posts/300635360036109
    http://bit.ly/shitstorm_ursachen

    Viele Grüße aus Münster

  • naja, wenn man das hier sich genauer anschaut kommt das selbe bei raus.. http://www.youjizz.com/videos/i-lost-my-dick-in-doris-2203336.html .. naja muss jeder selber wissen wie er mit dem medium umgeht. lg

  • ich glaube es nicht... gibt es nichts interessanteres zu berichten ?? die amis müssten beim thema rassismus eigentlich verschämt auf den boden blicken... wie spiessig muss man sein, wegen einem designersneaker ne welle zu machen ?
    wieviele menschen sterben, weil die amis mit deutschen waffen in der welt rumbomben ?? da sagt keiner von denen nazideutsche ;)
    abgesehen davon, finde ich den schuh eigentlich echt geil, würde ihn mir zwar nicht kaufen, weil ich diese fussfessel eher als lästig empfinden würde, aber so als gag hat er auf jeden fall was an sich... ich wäre nie auf den gedanken der parallele zur sklavenhaltung gekommen... sowas können nur dumme amis...

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