Adidas und DFB kurz vor Vergleich
Deutsche Elf soll weiter drei Streifen tragen

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird voraussichtlich auch künftig mit den drei Streifen des Sportartikelherstellers Adidas auflaufen. Adidas und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollen ihren Rechtsstreit um den Ausrüstervertrag schon bald per Vergleich beenden. Es gebe bereits „aussichtsreiche“ Gespräche. Dabei geht es um Millionen.

HB FRANKFURT. „Eine abschließende Entscheidung soll zeitnah fallen“, erklärten die Kontrahenten gleichlautend. Sie folgen damit einer Empfehlung eines Schiedsgerichts, das von Adidas angerufen worden war. Kommt es zu einer Einigung, hätte Adidas eine Attacke des Rivalen Nike erfolgreich abgewehrt. Der US-Hersteller hatte dem DFB ein lukratives Konkurrenzangebot vorgelegt. Der Verband vertrat den Standpunkt, dass die Verlängerung des Vertrages mit Adidas um vier Jahre bis 2014 noch nicht perfekt gewesen sei. Adidas hingegen pochte darauf, dass der Vertrag bereits im Sommer 2006 im Gegenzug zur Freigabe der Schuhwahl der deutschen Nationalspieler verlängert wurde.

Nike hatte für einen acht Jahre laufenden Vertrag ab 2010 insgesamt 500 Mill. Euro geboten: pro Jahr 50 Mill. Euro sowie einen Bonus von 50 Mill. Euro und weitere 50 Mill. Euro zur Förderung des Frauenfußballs. Adidas hat bislang elf Mill. Euro pro Jahr überwiesen, sein Angebot nach der Gegenofferte aber auf das Doppelte aufgestockt.

Der Verlust des Ausrüstervertrages auf dem heimischem Markt wäre für Adidas, den zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt, ein enormer Prestigeverlust. Begründet hatte die Verbindung von DFB und Adidas Firmengründer Adi Dassler, der mit austauschbaren Schraubstollen beim ersten WM-Titel für Deutschland 1954 Furore machte. Dassler saß bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft sogar mit auf der Bank.

Einen Dämpfer erlitt das Verhältnis im Sommer 2006, als sich die Spieler nach der WM in Deutschland mit der Forderung durchsetzten, Schuhe nach freier Wahl tragen zu dürfen. Bis dahin mussten die Kicker, wenn sie für Deutschland antraten, neben Adidas-Trikots auch Adidas-Schuhe tragen, auch wenn sie im Verein in Fußballschuhen anderer Hersteller spielten. Damit hatte Adidas eine Ausnahmestellung.

Ausrüsterverträge sind für Sportartikelhersteller ein wichtiges Marketinginstrument. So verkaufte Adidas im vergangenen Jahr getrieben von der Weltmeisterschaft im eigenen Land allein 1,5 Mill. Trikots des deutschen Teams. Die großen Hersteller versuchen daher immer wieder, sich gegenseitig die Aufträge für bedeutende Teams abzuluchsen. So gelang es Adidas zuletzt, die Mexikaner unter Vertrag zu nehmen. Seit Januar 2007 laufen diese nun in Adidas-Trikots auf. Zuvor hatten sie Nike getragen.

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