Adidas und Puma
Adidas und Puma schließen Frieden

Nach über 60 Jahren erbitterter Rivalität suchen Adidas und Puma den Friedensschluss - und schießen aufeinander. Allerdings nur auf dem Fussballfeld: Ein Benefizspiel für den Weltfrieden soll die Sportartikel-Rivalen aus dem bayrischen Herzogenaurach versöhnen.

MÜNCHEN. In ihren Pressemeldungen neigen die PR-Strategen großer Konzerne zu Übertreibungen. Auch die Sportausrüster Adidas und Puma haben gestern in einer Mitteilung mächtig auf den Putz gehauen. Am kommenden Montag werde es einen „historischen Handschlag“ geben, verkündeten die zwei fränkischen Firmen vollmundig.

In diesem Fall war die Wortwahl jedoch angebracht. Nach 60 Jahren erbitterter Rivalität gehen Adidas und Puma aufeinander zu. Am Weltfriedenstag werden Mitarbeiter beider Unternehmen zusammen Fußball spielen und anschließend den Film „The Day After Peace“ („Der Tag nach Friedensbeginn“) anschauen. Ziel sei es, mit der Aktion die Friedensinitiative „Peace One Day“ zu unterstützen.

Das entbehrt im Fall der beiden Sportartikelhersteller nicht einer gewissen Ironie. Es ist für sie die erste gemeinsame Veranstaltung, seitdem die Brüder Rudolf und Adi Dassler vor mehr als sechs Jahrzehnten ihre gemeinsame Firma verließen - und der eine Adidas, der andere Puma gründeten. In der Folge haben die Chefs keine Gelegenheit ausgelassen, um dem jeweiligen Rivalen eins auszuwischen – obwohl sich die Konzerne längst nicht mehr in der Hand der Familien befinden. Adidas ist inzwischen hinter Nike die Nummer zwei auf dem Markt, Puma folgt auf Rang drei.

Um den Ursprung des Zwists zwischen Puma-Gründer Rudolf Dassler und Adolf, genannt Adi, Dassler, ranken viele Gerüchte. Da heißt es, Rudolf habe seinem Bruder nie verziehen, dass dieser nicht in den Krieg ziehen musste. Rudolf wiederum soll 1940 ein Verhältnis mit Adolfs Frau Käthe gehabt haben. Wie dem auch sei: Betrieben die Geschwister vor dem Zweiten Weltkrieg noch gemeinsam eine Schuhfabrik, so gingen sie in der Nachkriegszeit getrennte Wege. Rudolf gründete 1948 Puma, Adolf zog ein Jahr später mit Adidas nach. Seither gab es keine Verbindung zwischen den Unternehmen. Obwohl beide im Örtchen Herzogenaurach residieren.

Am Montag wird sich das ändern. Um 17 Uhr ist Anpfiff auf dem Fußballplatz von Adidas. Dabei werden sich zwei Mannschaften gegenüberstehen, in denen jeweils Spieler aus beiden Firmen aktiv sind. Auch Adidas-Chef Herbert Hainer und Puma-Boss Jochen Zeitz wollen sich ein speziell für diesen Tag entworfenes Trikot überziehen und gegen den Ball treten.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass Sport die Menschen zusammen bringen kann“, ließ sich Hainer gestern in der Mitteilung zitieren. Auch wenn es manchmal mehrere Jahrzehnte dauert.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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