Adidas und Puma werden Opfer ihres eigenen wirtschaftlichen Erfolgs
Sportfirmen kämpfen gegen Nachahmer

Düsseldorf ist für Jochen Lederhilger immer eine Reise wert. Wenn sich die Schuhbranche auf der GDS, ihrer wichtigsten Messe trifft, zieht der Jurist des Sportartikelkonzerns Puma von einem Stand zum anderen und sucht nach gefälschten und nachgemachten Schuhen. Die Ausbeute am vergangenen Wochenendes war enorm: Zusammen mit dem Zollfahndungsamt hat Lederhilger 300 Schuhe beschlagnahmt, durch die Markenrechte von Puma verletzt wurden.

MÜNCHEN. „Die Zahl der Imitationen ist ein Spiegelbild unseres Erfolgs“, sagt Lederhilger, der seit sechs Jahren für Puma auf die Jagd nach Markenpiraten geht. Derzeit läuft sein Schreibtisch über. Nicht viel anders sieht es beim Konkurrenten Adidas-Salomon aus. „Seit Ende 2001 stellen wir fest, dass die Zahl der Imitate in Europa und den USA deutlich zunimmt“, betont Tim Behean, der sich von Amsterdam aus um den Schutz der globalen Markenrechte kümmert.

Die Sportmarken aus der fränkischen Kleinstadt Herzogenaurach sind bei den Kunden beliebt wie noch nie. Puma konnte seinen Umsatz in den letzten fünf Jahren mehr als verdreifachen. Auch Adidas legte kräftig zu. Das zieht die Fälscher an: Hinter Weltmarktführer Nike ist Adidas-Salomon die am meisten kopierte Marke. Allerdings sind nicht nur Sportartikler betroffen. Nach Angaben des europäischen Textilverbands Eurotex hat sich die Zahl der sicher gestellten Fälschungen seit 2001 verdoppelt.

Wenn Kriminelle Shirts und Schuhe fälschen, lässt sich das noch verhältnismäßig einfach ahnden. Viel komplizierter ist es, gegen Nachahmer der Markenzeichen vorzugehen. Jüngst machte die US-Tochter von Adidas Schlagzeilen, als sie die Nobel-Marke Ralph Lauren vor Gericht zerrte. Der US-Modemacher hatte eine Jacke mit zwei Streifen auf den Markt gebracht. Adidas sah darin eine Verletzung seiner Marke mit den berühmten drei Streifen.

Adidas-Jurist Behean: „Die Anzahl der Streifen alleine ist nicht ausschlaggebend. Entscheidend ist, ob die Streifen unseren ähnlich sehen.“ Damit folgt Adidas einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom vergangenen Jahr. In der Auseinandersetzung war die Sportfirma dem niederländischen Unternehmen Fitnessworld unterlegen. Die Holländer hatten Sportkleidung mit zwei vertikalen Streifen versehen. Nach Ansicht der Richter war der Markenschutz in diesem Fall aber nicht berührt, weil die Streifen nur als Verzierung dienten.

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