AEG-Beschäftigte protestieren
Kampf gegen das „Sterben auf Raten“

Gegen die Umstrukturierungspläne des schwedischen Electrolux-Konzerns haben am Dienstag mehrere tausend Beschäftigte in den deutschen AEG-Werken und den italienischen Electrolux-Fabriken protestiert.

HB NÜRNBERG/FLORENZ. Die IG Metall und die Betriebsräte forderten von Electrolux-Chef Hans Straberg eine Standortgarantie für das von der Schließung bedrohte AEG Hausgeräte-Werk in Nürnberg. Die Belegschaft und die Gewerkschaften werden „ein Sterben auf Raten“ nicht finanzieren, sagte der Betriebsratsvorsitzende Harald Dix bei einer Kundgebung in Nürnberg.

Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber erklärte in Frankfurt, die Gewerkschaft werde gemeinsam mit dem Europäischen Metallgewerkschaftsbund den Versuch der Electrolux-Spitze, die Produktionsstätten in West- und Osteuropa gegeneinander auszuspielen, zu vereiteln wissen. Huber forderte eine faire Verteilung der Gerätereihen und der jährlichen Stückzahlen, damit alle europäischen Standorte überleben könnten.

Nur wenn der Konzern in Stockholm ein tragfähiges Konzept vorlege, stehe die IG Metall für konstruktive Lösungen zur Verfügung, sagte Huber. Statt den Beschäftigten immer neue Opfer abzuverlangen, solle der Konzern das Nürnberger Werk mit innovativen Produkten und einer optimierten Produktion wettbewerbstauglich halten.

Betriebsratschef Harald Dix erinnerte daran, dass die Arbeitnehmer bereits seit 1995 auf fast alle übertariflichen Leistungen verzichtet hätten, ohne dafür irgendeine Zusage für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze zu bekommen. Die Solidarität der Kollegen in ganz Deutschland, aber auch in Italien und Spanien zeige, dass sich die Beschäftigten im Konzern nicht gegeneinander ausspielen ließen, sagte Dix. Für September und Oktober kündigten die Gewerkschaften weitere Protestaktionen auf europäischer Ebene an.

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