AEG-Werk in Nürnberg: Electrolux droht frühere Schließung an

AEG-Werk in Nürnberg
Electrolux droht frühere Schließung an

In der Auseinandersetzung um die Schließung des AEG-Werkes in Nürnberg hat der Mutterkonzern Electrolux den Tonfall gegenüber den Gewerkschaften verschärft.

HB STOCKHOLM/NÜRNBERG. Die Schweden wollen das AEG-Werk in Nürnberg statt Ende 2007 möglicherweise bereits bis zum Dezember des laufenden Jahres schließen. Das erfuhr die dpa am Sonntag aus Konzernkreisen in Stockholm. Wie es weiter hieß, wird die Vorverlegung in der Unternehmensspitze als Antwort auf eine „nicht konstruktive“ Strategie der IG Metall bei den Verhandlungen in Betracht gezogen. „Das ist nur eine zusätzliche Drohgebärde, um Druck auf die Streikenden auszuüben“, sagte IG-Metall-Sprecher Reiner Peters-Ackermann in einer ersten Reaktion. „Ich weiß nicht, inwieweit man das ernst nehmen sollte.“

Die AEG-Tochter in Nürnberg wird seit Januar bestreikt. Electrolux plant die Verlagerung von 1 750 Arbeitsplätzen von Deutschland nach Polen. Die Ankündigung des Konzerns für einen möglicherweise vorgezogenen Termin sei nicht überraschend, erklärte Peters- Ackermann. Bereits bei den ersten Sozialplanverhandlungen vor einem halben Jahr habe Electrolux Pläne vorgelegt, wonach schon ab Mitte 2006 ein Großteil der Arbeitsplätze verlegt werden sollte. Diesen ursprünglichen Plänen zufolge sollten bis zum Juli dieses Jahres die ersten 600 Arbeitsplätze abgebaut werden, ab Juni 2007 sollten nur noch 196 Menschen in Nürnberg arbeiten. Im Verlauf des Streiks sei der Konzern dann von diesen Zahlen in der Öffentlichkeit abgerückt, sagte Peters-Ackermann.

Electrolux-Chef Hans Stråberg hatte mehrfach den aus seiner Sicht schleppenden Verlauf der Verhandlungen kritisiert. Von Seiten der Gewerkschaft wiederum war der geringe Handlungsspielraum der Arbeitgeber- Delegation beklagt worden. Auch ein Vermittlungsversuch von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hatte keine Annäherung der Standpunkte gebracht.

Zur möglichen Vorverlegung der Schließung um zwölf Monate hieß es am Sonntag in Stockholm weiter, man könne einen „erheblichen Teil“ der Nürnberger Produktion schneller als bisher geplant in andere europäische Länder verlagern. Der größte Haushaltsgeräte-Hersteller der Welt hatte allerdings auch als Folge des Streiks in Deutschland Lieferengpässe einräumen müssen.

Das Nürnberger AEG-Werk stellt mit 1 750 Beschäftigten Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner her. Das Werk ist seit 1994 im Besitz des schwedischen Electrolux-Konzerns.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%