AEG-Werk Nürnberg
Vermittler bringt Electrolux und AEG einander näher

Der Bahn-Vorstand und langjährige bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu vermittelt im Konflikt um die Schließung des Nürnberger AEG-Werks. Ein zweiter Fall könnte ihm die Arbeit aber erschweren. Die IG Metall fürchtet um die AEG-Fabrik in Rothenburg ob der Tauber.

HB NÜRNBERG. Ein IG-Metall-Sprecher bestätigte am Sonntag die Einschaltung Wiesheus. „Es wurde seit Tagen nach einem Vermittler gesucht, und man hat sich auf Wiesheu verständigt“, sagte der Sprecher. Bei umfangreichen und schwierigen Sondierungsgesprächen habe Wiesheu „trotz weit auseinander liegender Positionen der beiden Parteien bereits eine deutliche Annäherung bei zentralen Fragen wie dem Faktor für die Abfindungen und der Qualifizierungsgesellschaft erreicht.“

Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer lobte Wiesheu als erprobten Krisenmanager. Zugleich sprach er von „erheblicher Bewegung“ in den Verhandlungen. „Wir haben einen Entscheidungsrahmen gefunden, der es uns erlaubt, jetzt konkret auf Ziel zu verhandeln“, sagte Neugebauer der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe). Bis zu einem Durchbruch seien aber noch „einige große Knochen zu kauen“.

Dem Bericht zufolge gab es in drei wichtigen Punkten eine Annäherung: Beim Faktor für die Berechnungen der Abfindungen, bei der Laufzeit einer Beschäftigungsgesellschaft und bei der Vorruhestandsregelung für ältere AEG-Mitarbeiter. Zudem hätten die geheimen Gespräche ergeben, dass nun auch über ein Gesamtpaket verhandelt werden solle, das die tarifliche Einstufung der Beschäftigten in den Dienstleistungsgesellschaften des Unternehmens einschließe.

Electrolux will das AEG-Werk Nürnberg mit 1700 Beschäftigten schließen. Dort werden Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner hergestellt. Die Belegschaft kämpft seit mehr als einem Monat mit einem Streik für ihre soziale Absicherung. Die Vorstellungen klafften bisher jedoch weit auseinander. Die Verhandlungen sollen dem Bericht zufolge nun an diesem Montag in München fortgesetzt werden.

Unterdessen befürchtet die Gewerkschaft nach dem Schließungsbeschluss für das Nürnberger Werk eine ähnliche Entwicklung auch für die AEG-Fabrik im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber. Dort stellen 1300 Beschäftigte Herde und Kochmulden her. Der Mutterkonzern Electrolux habe aber bereits mit dem Bau eines neuen Herdwerkes in Polen begonnen, das Ende 2006 die Produktion aufnehmen solle, berichtete die IG Metall in Fürth.

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