Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes
Netzbetreiber tragen künftig Anschlusskosten von Offshore-Windparks

Die große Koalition will den Bau von Offshore-Windparks mit einer Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes voranbringen. Künftig sollen die Betreiber der großen Übertragungsnetze die Anbindung der Anlagen ans Stromnetz bezahlen. Während sich die Windenergie-Branche von der Neuregelung erheblichen Schub erhofft, betrachten Netzbetreiber die Entwicklung mit Sorge.

BERLIN. Nach bisheriger Rechtslage müssen die Betreiber die Kosten für die Verkabelung selbst tragen. Die Kosten für die Netzanbindung machen bis zu 30 Prozent der gesamten Investition in eine Offshore-Anlage aus. Die Windenergie-Branche spricht von einem „Schritt in die richtige Richtung“. Die Netzbetreiber sind dagegen alarmiert.

Die Regelung soll für alle Windparks im offenen Meer gelten, mit deren Bau bis zum 31. Dezember 2011 begonnen wird. Die entstehenden Kosten sollen bundesweit auf alle Übertragungsnetzbetreiber umgelegt werden. Dadurch soll verhindert werden, dass die Netzbetreiber in Küstennähe besonders stark belastet werden.

Die Pläne sind in einem Eckpunktepapier aufgelistet, das die Koalitionsfraktionen mit dem Umwelt- und dem Wirtschaftsministerium abgestimmt haben. Einer raschen Beschlussfassung durch den Bundestag steht damit nichts im Wege.

Die Bundesregierung setzt große Hoffnungen in die Windkraftnutzung auf hoher See. Nach bisherigen Planungen sollen bis zum Jahr 2010 Offshore-Anlagen mit einer Kapazität von 3 000 Megawatt (MW) entstehen. Bis 2030 soll die Leistung bereits bis zu 25 000 MW betragen. Damit könnten die Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee 15 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken.

Allerdings kommt der Ausbau der Offshore-Windkraft bislang nicht voran. Bislang gibt es nur zwei Anlagen im Meer, die allerdings nur wenige Meter von der Küste entfernt sind. Echte Offshore-Projekte existieren dagegen bisher nur auf dem Papier. Insgesamt sind etwa 40 Projekte geplant, davon 18 bereits genehmigt. Die Investoren schrecken jedoch vor den enormen Investitionskosten und erheblichen technischen Herausforderungen zurück. Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarstaaten, in denen es bereits Offshore-Anlagen gibt, müssen in Deutschland vor allem aus Naturschutzgründen die meisten Anlagen weit vor der Küste in einer Entfernung von bis zu 100 Kilometern und in bis zu 40 Metern Wassertiefe errichtet werden. Das treibt die Kosten enorm in die Höhe.

Seite 1:

Netzbetreiber tragen künftig Anschlusskosten von Offshore-Windparks

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%