Affäre hatte zuvor bereits Vorstand erreicht
Auch Siemens-Kontrolleure unter Verdacht

In die Affäre um schwarze Kassen bei Siemens ist nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ auch die Anti- Korruptionsabteilung des Konzerns verwickelt. Ein Beschuldigter habe bei einem umfassenden Geständnis gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt, zwei Führungskräfte aus der Abteilung Compliance seien über die Schwarzgeldkonten im Bilde gewesen und hätten sogar versucht, deren Existenz zu vertuschen.

HB MÜNCHEN. Als 2002 die Gefahr bestanden habe, dass schwarze Kassen in Österreich enttarnt werden könnten, habe eine dieser beiden Führungskräfte intern mitgeteilt, man müsse sich ein anderes Modell überlegen. Die andere Führungskraft habe 2006 darauf gedrungen, alles zu verheimlichen. Siemens erklärte dem Blatt, man sei über diese Aussagen nicht informiert.

Die so genannte Abteilung Compliance hat bei Siemens die Aufgabe, Gesetzesverstöße zu verhindern oder zumindest abzustellen, schreibt die „Süddeutsche“. Zu ihren zentralen Aufgaben gehört der Kampf gegen die Korruption.

Bereits am Samstag hatte es Medienberichte gegeben, wonach der Vorstand bereits seit längerem über die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen informiert gewesen sein soll. Ein Siemens-Sprecher wies allerdings einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ zurück, nach dem Siemens-Vorstandschef Klaus Kleinfeld wegen der Affäre von der Staatsanwaltschaft vernommen werden soll. Es liege keine Zeugenvorladung für Kleinfeld vor. Die Staatsanwaltschaft München I wollte zum Ermittlungsstand am Sonntag keine Stellungnahme abgeben.

Bei einer Großrazzia in dem Konzern waren vor einigen Tagen auch die Büros von Kleinfeld und weiterer Vorstände durchsucht worden. Siemens hatte stets betont, dass der Vorstandschef von der Staatsanwaltschaft nur als Zeuge gesehen werde. Wegen der Finanz-Affäre sitzen mittlerweile sechs Beschuldigte in Untersuchungshaft.

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