Agfa Gevaert will 50 Millionen Euro überweisen – Insolvenz bleibt rätselhaft
Alteigentümer beschert Agfa Photo kleinen Lichtblick

Die insolvente Agfa-Photo GmbH wird voraussichtlich schon heute den Betrieb wieder aufnehmen. Nach Auskunft des vorläufigen Insolvenzverwalters Andreas Ringstmeier greift die belgische Agfa Gevaert, die das einstige Tochterunternehmen im November an das Management und Finanzinvestoren verkaufte, Agfa-Photo unter die Arme.

cs DÜSSELDORF. "Wir gehen davon aus, dass die erste Tranche über 17 Mill. Euro von Agfa Gevaert morgen auf unserem Konto ist“, sagte der Kölner Rechtsanwalt gestern. Insgesamt werde der Alteigentümer 50 Mill. Euro überweisen. Die dringend benötigte Kapitalspritze sei eine vorzeitige Zahlung offener Forderungen an Agfa Photo. Hintergrund: Das Leverkusener Fototechnik-Unternehmen vertreibt Mini-Labore über Agfa Gevaert, für die es nun schon vor der Fälligkeit der Rechnungen Geld bekommt.

Dies werde verwendet, um Warenlieferungen freizugeben, die bislang bei den Speditionen zurückgehalten wurden. Dadurch könne die Produktion wieder anrollen, sagte Ringstmeier. Zudem seien die Inventuren so gut wie abgeschlossen, mit denen nach einem Insolvenzantrag die Eigentumsrechte festgehalten werden.

Die Arbeitsverwaltung habe den 1 800 betroffenen Mitarbeitern zugesagt, Insolvenzgeld über drei Monate bis Ende Juli zu genehmigen. Dennoch warnte der Insolvenzverwalter vor übertriebener Hoffnung: „Die Zeit, das Unternehmen bis dahin zu sanieren, ist äußerst knapp.“ Auch Folgeinsolvenzen weiterer Firmen im Konzernkreis seien nicht ausgeschlossen. Bislang blieben die Agfa-Photo-Holding sowie die 32 Ländervertriebsgesellschaften von der Insolvenz verschont.

Seit gestern verstärkt der Kölner Insolvenzrechtler Hans-Gerd Jauch die Geschäftsführung der Agfa-Photo GmbH. Damit will das Unternehmen seine Chance verbessern, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abzuwickeln. Der bisherige Geschäftsführer und Miteigentümer Eddie Rottie bleibt im Amt. Rottie hatte bereits vor der Abspaltung von Agfa-Photo bei Agfa Gevaert das Fotogeschäft betreut. Er konnte offenbar nicht verhindern, dass die ausgegründete Gesellschaft sowohl das Eigenkapital über 300 Mill. Euro wie auch 72 Mill. Euro liquide Mittel innerhalb eines halben Jahres aufzehrte.

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