Aggressive Preispolitik
Inder setzen Generikamarkt unter Druck

Aggressive Pharmahersteller aus Indien verschärfen den Preiswettbewerb auf dem amerikanischen Generikamarkt. Ungeachtet aller Wachstumseuphorie geraten damit die Erträge im Geschäft mit den Kopien patentfreier Medikamente unter Druck.

Der Konsolidierungstrend, der in den vergangenen Monaten bereits zu einer Reihe großer Übernahmen führte, wird nach Erwartung von Fachleuten anhalten. Zudem regen sich zusehends Zweifel, ob sich die bisherigen hohen Erwartungen an das Geschäft mit den patentfreien Nachahmermedikamenten erfüllen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s spricht bereits von „raueren Zeiten“ für die amerikanische Generikaindustrie. Morgan Stanley warnte jüngst davor, dass der verschärfte Preisdruck auch in den kommenden beiden Jahren das Mengenwachstum in der Branche konterkarieren werde.

Den Weltmarkt für Generika schätzen Marktforscher – je nach Definition – auf ein Volumen von 35 bis knapp 50 Mrd. Dollar. Gut die Hälfte davon entfällt auf den US-Markt. Dass der Sektor in den kommenden Jahren überdurchschnittlich zulegen wird, steht für die meisten Marktforscher außer Frage. IMS Health etwa rechnet mit Steigerungsraten von 14 Prozent. Gesundheitsorganisationen in den westlichen Ländern – so die Erwartung – werden den Einsatz preiswerter Generika weiter forcieren. Gleichzeitig verlieren Originalmedikamente mit derzeit mehr als 40 Mrd. Dollar Umsatz in den nächsten Jahren ihren Patentschutz.

Schwer zu kalkulieren bleibt indessen, wie stark und schnell Preise für diese Wirkstoffe abstürzen. Bereits im ersten Halbjahr 2005 hat die Offensive indischer Anbieter deutliche Spuren in den Quartalszahlen etlicher großer Generikaanbieter hinterlassen. Trotz steigender Erlöse gingen die Erträge überwiegend zurück (siehe Tabelle). Einzelne Firmen schrieben sogar rote Zahlen im US-Geschäft. Im Schnitt dürften die operativen Gewinne um zehn bis 15 Prozent gesunken sein.

Nach Einschätzung von Branchenvertretern nutzen derzeit vor allem kleinere indische Anbieter wie Orchid, Matrix oder Aurobindo ihre extrem günstige Kostenstruktur, um Marktanteile im US-Geschäft zu erobern. In den zurückliegenden Jahren hatten sich diese Firmen als Wirkstoffproduzenten für westliche Generikaanbieter profiliert. „Mit der Rolle des Zulieferers wollen sie sich jetzt aber nicht mehr begnügen, sondern verstärkt selbst auf den westlichen Märkten aktiv werden“, beobachtet Thimo Sommerfeld, Partner beim Beratungsunternehmen Abolon Consulting.

Seite 1:

Inder setzen Generikamarkt unter Druck

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%