Agrarchemiebranche
Syngenta trotzt der Krise

Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn eingefahren und bleibt trotz Wirtschaftskrise auch für 2009 vorsichtig optimistisch.

HB ZÜRICH. Erste Anzeichen würden auf eine gute Anbausaison in der nördlichen Hemisphäre hindeuten, teilte Syngenta am Freitag mit.

Trotz der ungebremsten Nachfrage im vierten Quartal fällt der Ausblick des weltgrößten Anbieters von Pflanzenschutzmitteln vorsichtiger aus als bisher. Für 2009 wird nur noch ein Gewinnwachstum je Aktie in Aussicht gestellt, statt wie bisher 15 bis 20 Prozent Plus.

Syngenta-Aktien notierten am Freitagvormittag zwischenzeitlich um 1,2 Prozent tiefer, während der Index für den europäischen Chemiesektor 0,8 Prozent zulegen konnte.

Der Reingewinn im abgelaufenen Jahr kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent auf 1,39 Milliarden Dollar. Damit lag Syngenta leicht unter den Analystenschätzungen. Ohne Sonderfaktoren betrug der Reingewinn sogar 1,54 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um 26 Prozent auf 11,62 Milliarden Dollar zu, hieß es.

Analysten hatten mit einem Umsatz von 11,56 Milliarden gerechnet. Das Unternehmen gab zudem bekannt für 2008 eine Dividende von sechs Franken (etwa vier Euro) ausschütten zu wollen, ein Viertel mehr als im Jahr davor.

In einem Interview mit der Nachrichten-Agentur Reuters bestätigte Konzernchef Mike Mack zudem die von Syngenta für 2009 geplanten Preiserhöhungen im mittleren einstelligen Bereich. Diese würden helfen, den erwarteten Anstieg bei den Rohstoffpreisen aufzufangen.

Für 2010 rechnet Syngenta dann mit sinkenden Rohstoffkosten. Insgesamt seien die Auswirkungen der Finanzkrise nicht spurlos an Syngenta vorbeigegangen, sagte Mack. Insbesondere die Währungsentwicklung in Osteuropa und Argentinien würden Syngenta veranlassen vorsichtiger zu sein, was sich im Ausblick des Unternehmens widerspiegle, sagte er. Für das Jahr 2010 wollte Mack keine Aussagen treffen.

Weiteren Aufschluss über die Entwicklung der Agrochemiemärkte dürfte am 3. März der Bayer-Konzern geben, wenn er seine Geschäftszahlen vorlegt. Bayer ist nach Syngenta die Nummer zwei in der Agrochemie. Die Landwirtschaftschemie profitierte zuletzt von mehreren großen globalen Trends. Dazu zählen die wachsende Weltbevölkerung und die Veränderung von Essgewohnheiten hin zu mehr tierischem Eiweiß in den Schwellenländern. Die zunehmende Nachfrage nach Biosprit und nachwachsenden Rohstoffen schob die Nachfrage weiter an.

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