Agrarhändler
Baywa macht schlapp

Agrarhändler unter Druck: Der Gewinn von Baywa ist im ersten Halbjahr in den Keller gegangen. Schuld daran sind Verzögerungen im Energiegeschäft sein. Eine Expansionsstrategie soll aber den baldigen Aufschwung sichern.
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MünchenDer Gewinn des Agrarhandelskonzerns Baywa hat sich im ersten Halbjahr wegen Verzögerungen im Energieprojektgeschäft halbiert. Unter dem Strich wiesen die Münchner am Donnerstag ein Ergebnis von 11,4 Millionen Euro aus. Der Umsatz schrumpfte binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Als Grund für den Gewinnknick nannte das Unternehmen die Verzögerung beim Verkauf eines US-Windparks bis ins dritte Quartal.

„Wir haben im Juli 2015 einen Windpark in den USA verkauft, der uns 20 Millionen Euro Ergebnis eingebracht hat. Die Verschiebung ergab sich, da wir grundsätzlich unsere Projektverkäufe nicht am jeweiligen Quartalsende ausrichten. Damit liegen wir bereits kurz nach Halbjahresschluss beim Ebit auf Vorjahresniveau“, sagte Vorstandschef Klaus Josef Lutz.

Im Gesamtjahr werde sein Haus Umsatz und Ergebnis wie geplant steigern. Die Baywa ist seit einigen Jahren als Projektentwickler im Bereich Erneuerbare Energien aktiv und hat sich in der Branche inzwischen einen Namen gemacht.

Durch veränderte Ernteprognosen und der internationalen Expansion sei es allerdings auch im Kernsegment Agrarhandel zu Verschiebungen gekommen. Stagnierende Preise für Getreide hätten der Baywa im ersten Halbjahr schwächere Margen eingebrockt. Seit Mai gehe es allerdings mit den Preisen wieder aufwärts. „Diese haben wir für zusätzliche Gewinnmöglichkeiten im Handelsgeschäft genutzt, die sich aber erst später in den Büchern auswirken werden“, erklärte Lutz. Mäßige Ernteerwartungen, volle Silos und gute Vermarktungschancen deuteten auf ein starkes zweites Halbjahr hin.

Lutz treibt unterdessen die Expansion weiter voran. Erst am Mittwoch hatte er den Kauf des Braugerstenhändlers Evergrain verkündet, in der vergangenen Woche ging der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen zum Spargelhandel auf der Südhalbkugel ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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