Agrarindustrie
Zuckermarktreform verhagelt KWS den Gewinn

Der größte deutsche Saatgut-Produzent KWS Saat hat seine Gewinnprognose für 2006 erheblich nach unten korrigiert: Die Folgen der EU-Zuckermarktreform treffen den weltgrößten Hersteller von Zuckkerrüben-Saaten härter aus zunächst angenommen.

HB HANNOVER. KWS Saat teilte am Montag im niedersächsischen Einbeck mit, für das laufende Geschäftsjahr werde nun mit einem Rückgang des operativen Gewinns um bis zu 20 Prozent gerechnet. Die Anbaufläche für Zuckerrüben werde in Folge der Reformen schneller zurückgehen als angenommen. Das wirke sich unmittelbar auf den Saatgut-Verkauf aus. Belastend wirke zudem die steuerliche Beurteilung des Saatgut-Lizenzgeschäfts durch das Finanzamt.

Das erwartete Wachstum bei Mais könne den Umsatzrückgang mit Zuckersaaten, nicht aber den wegbrechenden Gewinn kompensieren, hieß es. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) 2005/06 (zum 30. Juni) werde deshalb um bis zu ein Fünftel unter den 56,3 Mill. Euro liegen, die KWS im Vorjahr erwirtschaftet hatte.

Im November hatte KWS (ehemals Kleinwanzlebener Saatzucht) zwar bereits mit einem Umsatzrückgang bei Zuckerrüben-Saaten um 15 Prozent gerechnet. Wegen der Zuwächse bei Mais sollte das Ebit bei leicht steigenden Gesamtumsätzen aber nur leicht zurückgehen. Das Unternehmen baut seit Jahren das Mais-Geschäft aus und hatte dank der Nachfrage nach neuen und gentechnisch veränderten Maissorten 2004/05 ein Rekordergebnis erzielt. Der Umsatz lag bei 495,3 Mill. Euro.

Durch die Zuckermarktreform soll die Produktionsmenge von Zucker in der Europäischen Union drastisch verringert werden, um den Sektor wettbewerbsfähig zu machen. In einigen Regionen soll der Zuckerrübenanbau eingestellt werden. Die neue Aussaat steht im April an.

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