Agrarkonzern
Baywa verdoppelt sein Getreidegeschäft

Durch die zwei jüngsten Übernahmen schwingt Baywa sich zum globalen Getreidehändler auf. Über 160 Millionen Euro hat der Agrarkonzern sich die Zukäufe kosten lassen – und die sollen sich nun zügig rechnen.
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MünchenDer bayerische Agrarkonzern Baywa steigt mit zwei Übernahmen groß in den globalen Handel mit Getreide ein. "Um es auf gut deutsch zu sagen: Das ist eine super Gschicht", lobte Vorstandschef Klaus Josef Lutz am Freitag seine Entscheidung. Mit dem Kauf des niederländischen Händlers Cefetra und der Mehrheitsbeteiligung an der norddeutschen Bohnhorst verdoppeln die Münchner ihren Umsatz mit Feldfrüchten, Obst, Saatgut und Dünger auf rund zehn Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Cefetra lässt sich die BayWa 125 Millionen Euro kosten, die deutlich kleinere Bohnhorst rund 36 Millionen Euro.

Lutz räumte ein, dass die steigende Konzentration des Agrarhandels weltweit sein Haus dazu dränge, sich im Geschäft mit Weizen, Soja oder Raps stärker zu internationalisieren. Zusammen brächten es die Baywa und die beiden künftigen neuen Töchter auf ein Handelsvolumen von insgesamt rund 30 Millionen Tonnen - fünf Mal soviel wie die Baywa bisher alleine umgeschlagen hatte.

"Die Baywa wird im europäischen Konzert ganz vorne dabei sein", sagte er. Aufgeschreckt habe das Unternehmen im mehrheitlich genossenschaftlichen Besitz die Akquisition der kanadischen Viterra durch den Schweizer Agrarkonzern Glencore. Damit sei endgültig klargeworden, dass sich die Branchengrößen zunehmend den direkten Einkaufszugriff auf die Erzeuger sichern wollten.

Zudem werde der Markt für Getreide weltweit durch knappe Anbauflächen und steigenden Welthunger immer umkämpfter. "Die Nachfrage steigt und wir kommen kaum mit der Produktion nach." Zudem habe vor allem Cefetra Zugriff auf Einkaufsmärkte in Übersee und große Meeresfrachthäfen, die der Baywa bislang verschlossen waren.

Cefetra gehörte bisher den Genossenschaften ForFarmers Group, Agrifirm Group und AgruniekRijnvallei und erzielte im vergangenen Jahr mit 210 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 4,6 Milliarden Euro. Die Rotterdamer beliefern vor allem die Futtermittelindustrie mit Rohstoffen. Bohnhorst ist vor allem in den Bereichen Getreide sowie Pflanzenschutz-, Futter- und Düngemittel tätig. Beide Transaktionen sollen zum Jahreswechsel vollzogen werden und stehen unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben.

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