Agrarmärkte
Rohstoffe bleiben knapp und teuer

Rohstoffengpässe sorgen weiterhin für steigende Nahrungsmittelpreise in Deutschland, erwartet Clemens Große Frie, Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG. Auf mittlere Sicht sehe es für Industrie und Verbraucher jedoch nicht mehr ganz so dramatisch aus wie in den vergangenen Wochen, ergänzte Große Frie im Gespräch mit dem Handelsblatt vor Beginn der Welternährungsmesse Anuga in Köln, die am Samstag startet.

MÜNSTER. Die in Münster ansässige Agravis ist mit einem Umsatz von rund vier Mrd. Euro nach der börsennotierten Baywa AG der zweitgrößte deutsche Vermarkter von Agrarprodukten. Allein von der deutschen Weizenernte im Umfang von etwa 20 Mill. Tonnen wird rund ein Viertel von Agravis bewegt. „Wir haben ein Jahr hinter uns, das es in dieser Dramatik in unserer Branche noch nicht gegeben hat“, beschreibt Agravis-Chef Große Frie den Verlauf der vergangenen Monate.

So hätten die Preise für die landwirtschaftlichen Rohstoffe der Nahrungsmittelindustrie in einem bisher nicht da gewesenem Ausmaß angezogen. Von den Backwarenherstellern bis zu den Brauereien seien davon derzeit alle bedeutenden Zweige der Nahrungsmittelindustrie betroffen.

Am Beispiel Weizen kann Agravis-Chef Große Frie die Situation auf den Agrarmärkten und die Aussichten für das nächste Jahr besonders deutlich schildern. So hat die Trockenheit im April zunächst den heimischen Landwirten die Ernte vermiest, hinzu kamen katastrophale Ernten in den Ländern der Schwarzmeerregion sowie eine steigende Nachfrage aus Asien. Dies trieb die Preise für Weizenkontrakte an der Pariser Warenterminbörse Matif, die 2005 noch im Durchschnitt bei 100 Euro pro Tonne lagen, zeitweise auf das Dreifache.

Das geschah zwar zur Freude vieler Ackerbauern, deren Getreide Agravis zum jeweiligen Tagespreis vermarktet, aber auch zum Leidwesen beispielsweise der Schweinemäster, denen Agravis das Futter liefert. „So bleiben viele Ferkelställe derzeit leer, was seinerseits wieder Auswirkungen auf unser Ergebnis sowie die Preise für Schweinefleisch haben könnte“, beschreibt Große Frie die gegenseitigen Abhängigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktion.

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