Agrarminister lehnen Exportgebühren ab
Monsanto kämpft um Lizenzen für Saatgut

Der US-amerikanische Saatgutkonzern Monsanto streitet sich mit der argentinischen Regierung um die Einführung von Lizenzgebühren für Farmer.

HB BUENOS AIRES. Die GV-Sojabohnen von Monsanto, bekannt unter dem Namen RoundUp Ready Soja, werden in weiten Teilen Argentiniens genutzt sowie im Süden Brasiliens. Monsanto hat allerdings Schwierigkeiten bei der Erhebung der fälligen Lizenzgebühren in beiden Ländern und auch in Paraguay, wo dieses Saatgut ebenfalls in größerem Umfang genutzt wird. Der Konzern hält in Brasilien ein Patent auf sein Saatgut, nicht jedoch in Argentinien.

Kürzlich hatte Monsanto sich mit den Farmern in Brasilien und Paraguay bezüglich der Lizenzgebühren geeinigt. Um nun sicherzustellen, dass auch die Farmer in Argentinien Gebühren zahlen, hat der Konzern vorgeschlagen, dass argentinische Farmer eine Gebühr zahlen, wann immer Sojabohnen exportiert werden. Der Agrarminister des Landes, Miguel Campos, lehnte dieses Ansinnen allerdings ab mit der Begründung, solch ein System sei unfair.

Am vergangenen Freitag traf Campos sich mit seinen Amtskollegen aus Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay, um die Angelegenheit zu diskutieren. Anschließend äußerte Campos, die Minister hätten sich darauf geeinigt, dass für das Saatgut „nur beim Verkauf (an den Farmer) bezahlt werden soll“. Diese Einigung könnte allerdings brasilianischem Recht zuwiderlaufen, und zu Beginn dieser Woche schienen Brasiliens Vertreter wieder Abstand von dieser Äußerung zu nehmen.

Lino Colsera vom brasilianischen Agrarministerium sagte, sein Land müsse die gesetzlichen Konsequenzen von Argentiniens Vorschlag überdenken. „Unsere Regierung ist der Meinung, dass Lizenzgebühren bezahlt werden müssen, und wir werden die Angelegenheit im Verlauf dieses Monats besprechen,“ sagte Colsera zu Dow Jones Newswires. Brasilien würde voraussichtlich Ende April eine Antwort für Argentinien haben. Monsanto solle in die Lage versetzt werden, die Lizenzgebühren für den Anbau seines Saatgutes zu erheben, und Brasilien „suche nach der besten Möglichkeit“, dies sicherzustlelen. Der Saatgutkonzern selbst lehnte bisher einen Kommentar zu dieser Angelegenheit ab.

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