Agrochemiekonzern plant großzügige Ausschüttung
Syngenta lockt die Börse mit Barem

Vor dem Hintergrund eines guten Jahresergebnisses und positiver Aussichten für 2004 will der Agrochemiekonzern Syngenta AG in den nächsten drei Jahren über Aktienrückkäufe und Dividenden mehr als 800 Millionen Dollar an seine Aktionäre ausschütten. Dies kündigte Vorstandschef Michael Pragnell bei der Bilanzvorlage des weltgrößten Pflanzenschutzkonzerns an

abo LONDON. „Unser starker Cash-Flow macht uns das möglich, ohne dass wir an Flexibilität einbüßen, unser künftiges Wachstum voranzutreiben“, sagte Pragnell im Gespräch mit dem Handelsblatt.

So will er bei der Hauptversammlung im April eine Halbierung des Nennwerts der Syngenta-Aktie vorschlagen – bei gleichzeitiger Beibehaltung einer Dividende von 0,85 sfr, umgerechnet rund 70 Cent. Das entspricht einer Dividendenverdopplung für die gegenwärtige Aktie

.

Damit setzt Syngenta Maßstäbe für den anderen börsennotierten reinen Pflanzenschutzkonzern, die amerikanische Monsanto Co., die sich derzeit mit milliardenschweren Altlasten aus ihrer Vergangenheit als konventionelles Chemieunternehmen konfrontiert sieht. Aber auch Bayer Crop Science wird sich an den Syngenta-Zahlen messen müssen, wie Analysten andeuteten. Die Bayer-Sparte will Syngenta nach Aussagen von Vorstandschef Jochen Wulff von Rang eins am Weltmarkt verdrängen – Pragnell hingegen plant für Syngenta bis 2008 eine Steigerung des Weltmarktanteils von derzeit 21 % auf 23 %.

Die im Jahr 2000 aus den Pflanzenschutz-Sparten von Novartis und Zeneca fusionierte Syngenta hat im von Pflanzenschutzexperten als außergewöhnlich schwierig bezeichneten vergangenen Jahr ihre Konzernerlöse um 6 % auf knapp 6,6 Mrd. $ gesteigert. Daraus zog das Unternehmen einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 709 Mill. $.

Der Reingewinn stieg um mehr als ein Drittel auf 363 Mill. $. Die Schulden wurden um ein Viertel auf 1,2 Mrd. Euro reduziert und betragen nur noch ein Viertel der Eigenmittel. Das eröffnet Pragnell zufolge Spielräume bei Akquisitionen.

„Das sind solide Ergebnisse“, sagte Patrick Lambert, Analyst bei der Bank Pictet. Sein Kollege beim Broker Lombard Odier Darier Hentsch, Alexandre Pasini, zweifelt dagegen noch. „Syngenta muss erst beweisen, dass die Geschäftsbelebung nachhaltig ist“, sagte er mit Blick auf das mehrjährige Ausschüttungsprogramm. An der Schweizer Börse lag Syngenta mittags über Markttrend mit 80,20 sfr rund 1,4 % im Plus.

Das Unternehmen, das seine Zahlen der besseren Vergleichbarkeit wegen in Dollar und nicht in Schweizer Franken oder Pfund Sterling vorlegt, profitierte laut Pragnell beim Umsatz deutlich von der Dollarschwäche. Doch steckt dahinter auch ein merklicher Aufschwung beim Absatz in der zweiten Jahreshälfte. „Beim Pflanzenschutz haben wir die boomartige Entwicklung in Lateinamerika ausgenutzt und hohes Wachstum erzielt“, sagte der Syngenta-Chef. Das habe Schwächen in Europa und Asien zum Teil kompensiert. Aber auch das Saatgeschäft habe zuletzt starke Ergebnisse gebracht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%