Ahmad Mohamed Al-Sayed
„Einen Einstieg bei EADS würden wir prüfen“

Ahmad Mohamed Al-Sayed, der Chef des Katar Staatsfonds, sprach mit dem Handelsblatt über einen möglichen Einstieg bei EADS und die Chancen für Investmentst, die in der Euro-Krise liegen.

Handelsblatt: Herr Al-Sayed, Sie sind ein wirklich globaler Investor. Wie schlimm ist die Euro-Krise aus Ihrer Perspektive?

Ahmad Mohamed Al-Sayed: Europa ist in einer unruhigen Phase, wie sich unzweifelhaft an den Finanzmärkten zeigt. Es handelt sich um eine Situation, die alles in den Schatten stellt, was der Kontinent in den vergangenen 50 Jahren erlebt hat. Die Entwicklung der Euro-Krise bestimmt, ob Europa vereint bleibt oder nicht. Es muss sich zeigen, ob all die verschiedenen Staaten sich wirklich für eine gemeinsame Zukunft entscheiden. Die europäische Politik muss Antworten finden, auch für uns Investoren.
Haben Sie Vertrauen, dass das gelingt?

Die europäischen Politiker zeigen einen guten Willen und arbeiten intensiv an einer Lösung, die am Ende hoffentlich gut wird.
Entstehen aus der Euro-Krise neue Investmentmöglichkeiten?

Ich weiß nicht, ob das wirklich eine Krise des Euros ist. Vielleicht geht es nur um Versäumnisse der Vergangenheit und um neue Regeln. Als Investoren verhalten wir uns opportunistisch, das heißt, wir investieren immer da, wo das beste Ergebnis entlang der Kriterien erzielt wird, die für uns wichtig sind. Eine Krise bringt stets neue Chancen für Investoren hervor. Wir haben bereits acht Milliarden Euro in Europa angelegt, vor allem in Deutschland. Wir sehen hier auch weiterhin große Chancen. Aber der Markt ist zurzeit sehr riskant, und deswegen müssen wir besonders vorsichtig sein.

Wie sieht es mit Staatsanleihen etwa aus Griechenland aus?

Wir prüfen das fallweise. Aber für uns als Qatar Holding ist das nicht so interessant wie vielleicht für andere Gesellschaften aus Katar.

Haben Sie in Berlin mit dem griechischen Premier Papandreou auch darüber gesprochen?

Ich war auch schon oft in Griechenland. Wir sprechen darüber, was wir in Griechenland gemeinsam auf die Beine stellen können.

Was für Anlagemöglichkeiten könnten Sie denn dort interessieren?

Nochmals: Wir agieren opportunistisch - was natürlich nur ökonomisch und nicht politisch zu verstehen ist. Wir suchen nach der richtigen Gelegenheit. Wenn sie sich bietet, greifen wir zu. Wir müssen ein Portfolio managen. Investments in Griechenland können dazugehören.

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