Airbus-A320-Antrieb
MTU verstärkt Engagement bei Triebwerk-Konsortium

Der deutsche Triebwerksbauer MTU verstärkt sein Engagement beim Antrieb des Airbus-Kassenschlagers A320. Nach dem Ausstieg von Rolls-Royce, wollen die Münchener ihren Anteil am Triebwerk-Konsortium IAE aufstocken.
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MünchenDer Triebwerksbauer MTU Aero Engines will seinen Anteil an einem weiteren Turbinenbau-Konsortium aufstocken. Der Münchner Konzern wolle über die bisher gehaltenen elf Prozent an der Gruppe International Aero Engines (IAE) hinausgehen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die IAE vermarktet seit 1983 das gängige V2500-Aggregat für die Airbus-A320-Familie, das in praktisch jeder zweiten Maschine des Typs zum Einsatz kommt. Rolls-Royce will seinen Anteil von rund einem Drittel für veranschlagte 1,5 Milliarden Dollar abgeben, der andere Partner Pratt & Whitney übernimmt ihn und reicht einen Teil davon an MTU und die japanischen Konsortialmitglieder weiter. „Die endgültigen Bedingungen und Konditionen müssen noch festgelegt werden“, hieß es. Zudem müsse der MTU-Aufsichtsrat noch grünes Licht geben.

Bislang waren Rolls-Royce und United-Technologies mit je knapp einem Drittel an IAE beteiligt, MTU mit gut elf Prozent und die japanische Firmengruppe JAEC mit knapp einem Viertel. Für MTU ist die V2500 nach wie vor das wichtigste zivile Programm. Für den Antrieb liefert das Unternehmen Teile der Niederdruckturbine. Wirtschaftlich bedeutsamer ist allerdings das lukrative Wartungsgeschäft.

MTU erwartet sich ein deutliches Umsatzplus und Gewinnzuwächse durch die Erhöhung ihres Konsortialanteils. Zuletzt hatte der Konzern bereits seine Beteiligung an einem Konsortium zum Bau des Antriebs des überarbeiteten A320neo und einer Bombardier-Serie aufgestockt. In der Triebwerksbranche sind Zusammenschlüsse zur Herstellung unterschiedlicher Turbinen in verschiedenen Konstellationen üblich, um die Entwicklungs- und Finanzlast auf mehrere Schultern zu verteilen.

Für die Entwicklung eines neuen Schubgebers für Mittelklasse-Flugzeuge gehen Rolls-Royce und Pratt & Whitney eine neue Partnerschaft ein, die auf den künftigen Markt für A320-Nachfolger zielt. Dabei setzen sie auf Turbogetriebefans. Die Technologie wurde maßgeblich von MTU mitentwickelt und setzt sich zunehmend auf dem Markt für Flugzeugantriebe durch.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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