Airbus A380 Das Schicksal hängt am Emirates-Auftrag

Die Zukunft des Airbus-Großraumflugzeugs A380 hängt Insidern zufolge an einem einzigen Kunden. Im Hintergrund werden bereits Lösungen für einen möglichen Plan B erarbeitet, sollte ein Großauftrag nicht zustande kommen.
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Der erste Airbus A380, der an die arabische Airline Emirates ausgeliefert wurde, startete 2008 vom Werksflughafen Hamburg-Finkenwerder Richtung Dubai. Quelle: dpa

Der erste Airbus A380, der an die arabische Airline Emirates ausgeliefert wurde, startete 2008 vom Werksflughafen Hamburg-Finkenwerder Richtung Dubai.

(Foto: dpa)

ParisAirbus arbeite bereits an Notfallplänen für den Fall, dass die arabische Fluggesellschaft Emirates dem europäischen Flugzeugbauer den ersehnten Auftrag über 36 weitere A380 nicht erteilt, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn der Vertrag mit Emirates nicht zustande kommt, wird Airbus die A380-Produktion auslaufen lassen”, sagte eine von ihnen. Nach Reuters-Berechnungen könnte dann 2024 - nur 17 Jahre nach dem Start – der letzte der zweistöckigen A380 mit ihren vier Triebwerken gebaut werden.

Auf der Luftfahrtmesse in Dubai waren die Verhandlungen über die bis zu 16 Milliarden Dollar schwere Bestellung im November unmittelbar vor der Unterschrift abgebrochen worden. Emirates hatte die Zusicherung gefordert, dass das Großraumflugzeug noch mindestens ein Jahrzehnt produziert wird. Die Gespräche gehen dem Vernehmen nach weiter, doch nach außen gedrungen ist darüber wenig.

Die Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist mit 142 bestellten und 101 gelieferten Maschinen bei weitem der größte Kunde für den einstigen Hoffnungsträger von Airbus, der der Boeing 747 das Wasser abgraben sollte. Die Lufthansa hat mit 14 Maschinen die drittgrößte A380-Flotte im Betrieb. Bei dem einstigen Pionier-Kunden Singapore Airlines fliegen 21 Maschinen, weitere drei sind bestellt. Viele Fluggesellschaften entscheiden sich heute für kleinere Jets, die leichter auszulasten und günstiger zu warten sind.

Insgesamt hat Airbus bis Ende November 317 Bestellungen für den A380 erhalten, 224 davon sind ausgeliefert. Doch Experten rechnen damit, dass die Hälfte der ausstehenden Orders erst gar nicht umgesetzt wird, weil die Besteller kein Geld oder längst andere Pläne haben. Um die Produktion wenigstens für zehn Jahre auszulasten, bräuchte Airbus Aufträge für weitere 30 Maschinen. Der scheidende Chief Operating Officer Fabrice Bregier hat vor kurzem bestätigt, dass Airbus die Produktion ab 2020 auf sechs bis sieben A380 pro Jahr drosseln könnte. Der letzte A380 würde dann 2030 aus der Werkshalle rollen - wenn Emirates bestellt. Nächstes Jahr sollen noch zwölf der Riesen-Jumbos mit Platz für bis zu 500 Passagiere gebaut werden, 2019 nur noch acht.

  • rtr
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