Airbus A380
EADS-Chef gibt Deutschen die Schuld

Einer der beiden EADS-Chefs, der Franzose Noël Forgeard, hat am Freitag die Vorwürfe des Insiderhandels vor Bekanntwerden der Probleme beim A380 von sich gewiesen. Dafür prangerte er mit Blick auf die Lieferverzögerungen „gewisse Produktionsstätten“ an und sprach von einer „ziemlich großen Konzentration von Problemen in Hamburg“.

HB PARIS. Der deutsche Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken hat nach der Attacke des EADS-Co-Chefs Noël Forgeard auf den Standort Hamburg dazu aufgerufen, den Blick nach vorn zu richten. „Wir brauchen keine Schuldzuweisungen, das ist nicht in Ordnung“, sagte Puttfarcken am Freitag. „Wir richten unsere Energie darauf, viele Menschen in ganz Europa zu motivieren, um die Probleme in den Griff zu bekommen.“

Airbus hatte die Kunden am Dienstagabend informiert, dass sich der Auslieferungszeitplan „aus produktionstechnischen Gründen“ um sechs bis sieben Monate nach hinten verschieben wird. Konkret seien die Verzögerungen auf Schwierigkeiten bei den elektrischen Systemen zurückzuführen. Im Airbus-Werk Hamburg erfolgt die Verkabelung der A380-Innenausstattung.

Airbus begründet den Kabelsalat im High-Tech-Flieger mit dem Wunsch vieler Fluggesellschaften, immer neue Multimedia-Details in ihre A380-Kabinen einzubauen. Bisher sieht im Inneren nahezu jedes Flugzeug gleich aus: Eng bestuhlte Sitzreihen, ein oder zwei Gänge und ein bisschen Platz für das Servicepersonal zum Arbeiten – fertig. Der Riesen-Airbus soll über sein großzügiges Raumangebot mit diesem Standard brechen und Fluggesellschaften erstmals sichtbare Unterscheidungsmerkmale in der Kabine des Jets erlauben. Entsprechend kreativ waren die Airlines und hatten immer neue Sonderwünsche: „Wir haben in einem Bereich, der sich extrem dynamisch entwickelt, zu lange Veränderungen zugelassen“, sagte ein Airbus-Sprecher.

Am Ende hätten sich viele kleine Probleme summiert und dazu geführt, dass in der Endmontage fortwährend Nacharbeiten durchgeführt werden mussten. Der Zeitverzug sei aber ausschließlich auf den Produktionsprozess zurückzuführen, heißt es bei Airbus: „Es gibt kein Problem mit dem Flugzeug an sich und auch keine Probleme mit dem IT-System“, betonte der Sprecher. Unternehmensangaben zufolge erhielt die Endmontagehalle im französischen Toulouse zuletzt mehrere Rumpfsektionen ohne Verkabelung.

Die Kundschaft sieht die Probleme ähnlich, kommentiert sie aber in einem anderen Tonfall: „Airbus hat die Schwierigkeiten der Ingenieure unterschätzt, die Flugzeuge auf die unterschiedlichen Kundenanforderungen auszurichten“, sagte der Vorstandschef des Erstkunden Singapore Airlines, Chew Choon Seng, bereits im Vorjahr.

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