Airbus A380
Was passiert mit dem Riesenvogel?

Airbus stellt seinen Superjumbo A380 in Frage, rudert dann aber zurück. Die Anleger reagieren entsetzt, denn auch beim Gewinn des Konzerns hakt es. Was das Ende des größten Flugzeugs der Welt für Airbus bedeuten würde.
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DüsseldorfChaostage bei Airbus? Der europäische Flugzeugbauer hat es binnen 24 Stunden geschafft, seine Anleger und Arbeitnehmer gänzlich zu verunsichern. Am Mittwoch spekulierten Airbus-Finanzvorstand Harald Wilhelm und sein Chef Tom Enders auf einer Investorenkonferenz offen über die Einstellung der Produktion des Großraumjets A380. Noch dazu wurden die Börsianer von der überraschenden Verschiebung der Erstauslieferung des neuen Langstreckenfliegers A350 überrascht.

Die Papiere des Unternehmens brachen am Mittwoch um mehr als zehn Prozent ein – und rutschten am Donnerstag weiter ab. Obwohl am Morgen Fabrice Bregier versucht hatte zu retten, was zu retten ist. Sein Unternehmen werde eines Tages eine neue Version des Superjumbos anbieten, sagte der Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte. Die A380 werde länger oder mit anderen Triebwerken ausgestattet. Damit könnten dann auch andere Kunden angelockt werden, so Bregier.

Zunächst muss sich Airbus aber darum kümmern, nicht noch den wichtigsten treuen Kunden für den Riesenvogel zu vergraulen. Denn für den Chef der arabischen Fluggesellschaft Emirates, Tim Clark, sind die Spekulation um das Aus für das Modell ein Affront. Er sei mit den jüngsten Äußerungen des Flugzeugherstellers nicht besonders glücklich, sagte Clark am Donnerstag. Denn Emirates sei bereit, viel Geld in eine modernisierte Version der A380 zu investieren.

Bisher hat die Airline 140 Maschinen bestellt – das ist fast die Hälfte der bislang von Airbus lediglich verkauften 318 Stück. Die Araber sind der mit Abstand beste Kunde und hoffen nun darauf, dass der Trend zum Spritsparen auch den Jumbojet von Airbus erreicht und die A380 mit neuen Triebwerken von Rolls-Royce ausgestattet wird.

Doch das es so kommt, kann trotz der Aussagen von Bregier nicht als sicher gelten. Tom Enders hatte am Mittwoch klargestellt, dass sich eine Modernisierung des Großraumfliegers für den Konzern rechnen müsse. Der Vorstand werde „nicht zulassen, dass das unseren Gewinn belastet“. Die Entscheidung vertagte der Airbus-Chef in die Zukunft – kurz- bis mittelfristig werde sich der Flugzeugbauer festlegen.

„Airbus wird so oder so dazu genötigt sein, 2015 eine Entscheidung zu treffen“, sagte Analyst Yan Derocles von Oddo Securities in Paris. Die IG Metall warnt stellvertretend für die Arbeitnehmer die Unternehmensführung. Es wäre falsch, ein solches Zukunftsprojekt kurzfristig infrage zu stellen, sagte der Gewerkschaftschef des Bezirks Küste, Meinhard Geiken, am Donnerstag.

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Spritspar-Modelle bringen erst später Gewinn ein

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