Airbus A400M Neue Probleme beim Pannen-Transporter

Das Verteidigungsministerium bestätigt neue Propeller-Probleme beim Airbus-Militärflugzeug A400M. In diesem Jahr sollten neun weitere Flugzeuge an die Bundeswehr ausgeliefert werden.
Die Auslieferungen des Militärtransporters an Deutschland hatten sich wegen unterschiedlicher Schwierigkeiten immer wieder verzögert. Quelle: dpa
Airbus A400M

Die Auslieferungen des Militärtransporters an Deutschland hatten sich wegen unterschiedlicher Schwierigkeiten immer wieder verzögert.

(Foto: dpa)

BerlinDer Militärtransporter A400M von Airbus bleibt ein Sorgenkind. Das Bundesverteidigungsministerium bestätigte am Freitag einen Bericht der „Bild“-Zeitung, dass Probleme am Propellergetriebe des Flugzeuges aufgetreten seien. Deren Ursachen und Folgen würden derzeit von der Produktionsfirma der Triebwerke, einem italienischen Airbus-Unterauftragnehmer, analysiert, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Der Hersteller Airbus Military habe zugesagt, etwaige Mängel kostenlos zu reparieren.

Der Chef der Airbus-Sparte Military Aircraft, Fernando Alsonso, zeigte sich zuversichtlich, dass die für die Triebwerke zuständigen Firmen EPI und Avio Lösungen für die Mängel im „notwendigen Zeitrahmen“ finden. „Wir bleiben bei dem Ziel, 20 Flugzeuge in diesem Jahr auszuliefern“, versicherte er.

Die Airbus-Aktie gab in einem schwachen Umfeld vier Prozent nach.

Als Problemfelder beim A400M wurden in der „Bild“-Zeitung Materialverschleiß und mangelnde Hitzebeständigkeit aufgeführt. Bei einer britischen Maschine hätte sich ein Triebwerk wegen Materialfehler während eines Fluges ausgeschaltet.

Nach Angaben des Ministeriums sind die drei A400M-Maschinen, die Deutschland bereits hat, in die Prüfungen einbezogen. Auch bestellte Maschinen, die noch in der Produktion seien, würden kontrolliert. Wann weitere Flugzeuge ausgeliefert werden, ist noch offen. „Wir haben noch keinen aktuellen Lieferplan für dieses Jahr“, sagte die Ministeriumssprecherin. Die von der „Bild“-Zeitung genannte Zahl von neun geplanten Auslieferungen dieses Jahr wollte sie nicht bestätigen. Auf der Internet-Seite der Bundeswehr wird diese Zahl aber genannt.

Ob es zu neuen Verzögerungen bei der Flugzeugübergabe kommt, ließ das Ministerium offen. Wegen früherer Erschwernisse liefen mit Airbus schon längere Zeit Kompensationsverhandlungen.

Auf dem Weg in den Krieg
Auf dem Weg in den Krieg
1 von 7

Am Donnerstag starten die ersten Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr in Richtung eines Militärstützpunkts in der Türkei. Von dort sollen die Flugzeuge ab Januar die Luftangriffe gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützen.

Heikle Mission
2 von 7

Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. „Der Einsatz ist sicherlich gefährlich“, sagte Geschwader-Kommodore Michael Krah im Vorfeld des Starts. Der deutsche Beitrag bringe der Koalition gegen den IS aber einen Mehrwert. Denn: „Aufklärung kann man nicht genug haben.“

In die Jahre gekommen
3 von 7

Hinzu kommt, dass die Flugzeuge mittlerweile in die Jahre gekommen sind. Die ersten wurden bereits 1981 an die Bundeswehr ausgeliefert. Und wer immer dieses Flugzeugmuster fliegt – ob Deutschland, Großbritannien oder auch Italien – alle Länder arbeiten an einer Ablösung der Flugzeuge.

Modernste Technologie
4 von 7

Doch auch wenn der Flieger schon viele Jahre auf dem Buckel hat, in seinem Innern beherbergt er modernste Technologie, die in den vergangenen Jahren nachgerüstet wurde. Das gilt vor allem für die sogenannten Recce-Tornados. Recce steht für den angelsächsischen Begriff „reconnaissance“ und bedeutet „Aufklärung“. Ein Teil der eigentlich für Luftangriffe konzipierten Tornado-Jets der Bundeswehr sind mit dieser Technologie ausgestattet.

Enorme Reichweite
5 von 7

Dass die Bundeswehr recht betagte Flugzeuge mit dieser modernen Aufklärungstechnologie ausgestattet hat, hat einen Grund. Die Tornados zeichnen sich durch eine große Reichweite aus, ideal für Aufklärungsflüge. Sie können je nach Ausstattung bis zu 3.900 Kilometer weit fliegen.

Knapp über dem Boden
6 von 7

Und sie haben einen weiteren Vorteil. Die moderne Steuerungstechnik „Fly-By-Wire“ erlaubt es den Flugzeugen, den Boden in einer Höhe von nur 60 Metern zu überfliegen – bei Tag und bei Nacht. Übernimmt der Pilot das Ruder selbst, kann er die Maschine sogar auf bis zu 30 Meter über Grund drücken.

Noch 80 in Betrieb
7 von 7

Die Bundeswehr besaß einst rund 360 der zweisitzigen Kampfflugzeuge. Heute sind bei der Luftwaffe noch gut 80 in Betrieb. Eingesetzt wurden die Aufklärer etwa während des Balkankonflikts, in Afghanistan aber auch bei Hochwasser-Katastrophen in der Heimat.

Der Airbus A400M ist ein propellergetriebenes, viermotoriges Flugzeug, das über längere Strecken im Tiefflug große Lasten befördern kann. Er soll die in den 60er-Jahren entwickelte Transall ablösen. Die Auslieferungen hatten sich wegen unterschiedlicher Schwierigkeiten immer wieder verzögert. Vor knapp einem Jahr war ein A400M in Spanien abgestürzt.

Vor wenigen Wochen hieß es in Parlaments- und Militärkreisen, die deutsche Luftwaffe denke über die Beschaffung von Flugzeugen anderer Hersteller in Ergänzung zu den A400M-Maschinen nach. Diese Erwägungen ständen aber nicht in Verbindung mit Lieferproblemen bei dem Airbus-Produkt. Vielmehr decke der A400M nicht alle Fähigkeiten ab, die die Luftwaffe abgedeckt sehen möchte.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Airbus A400M - Neue Probleme beim Pannen-Transporter

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%