Airbus
Heile „Welt der Kabine“ im A380

Mehr als ein Jahr nach dem Erstflug einer A380 in Toulouse am 27. April 2005 und knapp sieben Wochen nach dem gelungenen Evakuierungstest wurde am Dienstag die Vorbereitung des A380 auf den Liniendienst fortgesetzt. Das größte Passagierflugzeug der Welt hat einen weiteren wichtigen Test bestanden.

HB HAMBURG. Der erste Kabinentest beim Großraumflugzeug A380 ist am Dienstag im Hamburger Airbus-Werk erfolgreich verlaufen. Bei der fünfstündigen Prüfung in einer mit 474 Sitzen ausgestatteten Maschine mit 20 Crewmitgliedern seien keine Probleme aufgetreten, sagte ein Airbus-Sprecher. Getestet wurden unter anderem die Audio-und Videosysteme, Klimaanlage und Toiletten.

Bei der Maschine wurde im Werk in Finkenwerder bei einem „virtuellen Flug“, bei dem das Flugzeug am Boden blieb, das komplette Kabinenprogramm durchgespielt – vom Einchecken bis zum Verstauen des Gepäcks. Auch das Verteilen des von einer Fremdfirma angelieferten Bordessens gehörte zum Testprogramm. Wie der für die Kabinenausstattung zuständige Airbus-Vizepräsident Rüdiger Fuchs am Montagabend vor dem Luftfahrt-Presse-Club bestätigte, soll es schon in wenigen Tagen nach Auswertung der Tests einen ersten Flug unter normalen Bedingungen mit 474 Airbus- Werksangehörigen an Bord geben.

„Dieses Langstrecken-Flugzeug hat uns vor ganz neue Herausforderungen gestellt“, sagte Fuchs. „Die Kabine stellt immerhin zehn Prozent des Wertes des Flugzeuges dar, wird allerdings ganz anderen Belastungen unterzogen als viele Flugzeugbestandteile und -einrichtungen und hat vor allem kürzere Lebenszyklen als das Flugzeug selber.“

Rund 4300 Mitarbeiter in fünf europäischen Werken und in einem neuen nordamerikanischen Betrieb – 2000 von ihnen sind allein in Hamburg tätig, 1450 in Laupheim, 340 in Bremen und 380 im niedersächsischen Buxtehude – sind an der Entwicklung und Herstellung der Kabineneinrichtungen in Verbindung mit 250 Zulieferbetrieben beteiligt. Somit ist die „Welt der Kabine“ eine eigene Industrie innerhalb von Airbus: In diesem Bereich arbeiten in der Hamburger Großregion allein 2300 Ingenieure.

Erst im März hatte der A380 einen großen Evakuierungstest in Hamburg-Finkenwerder erfolgreich bestanden. Dabei wurden in rund 80 Sekunden 873 Personen aus dem größten Passagierflugzeug der Welt mit Gummirutschen evakuiert.

Der erste A380, der rund 290 Millionen Euro kostet, soll Ende 2006 an Singapore Airlines übergeben werden. Bislang haben 16 Airlines insgesamt 159 Flugzeuge bestellt. In Hamburg fertigt Airbus die Rumpfsektionen für den A380, stattet die Kabinen aus und lackiert die Flugzeuge.

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