Airbus ist wieder im Zeitplan
A380-Flieger heben fast pünktlich ab

Die Euphorie über den Erstflug des Großraumflugzeugs A380 war in den vergangenen Monaten abgeflaut. Hiobsbotschaften über Lieferverzögerungen trübten die gute Stimmung. Jetzt lachen die Airbus-Mannen wieder.

HB MÜNCHEN. Airbus teilte am Donnerstag mit, dass die Probleme, die für die Lieferverzögerung von bis zu sechs Monaten verantwortlich waren, gelöst seien. Airbus habe zusätzliche Techniker eingestellt. Der Aufwand für die Anpassung der Maschinen an die Kundenwünsche sei zunächst unterschätzt worden und somit auch die Zahl der notwendigen Techniker, um im Zeitplan zu bleiben. Singapore Airlines werde wie angekündigt Ende 2006 die erste Maschine erhalten, sagte eine Airbus-Sprecherin am Freitag in Toulouse. Das ist ein halbes Jahr später als ursprünglich vorgesehen.

Angesichts des wieder im Zeitplan liegenden Baus des Super-Airbus A380 haben die Aktien des Mutterkonzerns EADS am Freitag deutlich angezogen - fast 3 Prozent. „Die Verzögerungen bei der Montage der Superjumbos hatte die Papiere zuletzt stark belastet. Bei einer verspäteten Auslieferung drohen hohe Konventionalstrafen“, sagte ein Händler. Nach früheren Angaben rechnet Airbus wegen der Verzögerungen für 2006/2007 mit „deutlich weniger“ als 100 Millionen Euro Regresszahlungen.

Die notwendigen Änderungen hätten die Kosten des Flugzeugs nicht erhöht, hieß es bei Airbus. Wegen Nachbesserungen beim Gewicht und bei der Effizienz waren die Entwicklungskosten mit zwölf Milliarden Euro bereits um 1,45 Milliarden Euro höher ausgefallen als zunächst geplant. Schadensersatzzahlungen, auf die die Fluggesellschaften wegen einer verspäteten Auslieferung einen Anspruch haben, sind in dieser Summe nicht enthalten.

Seit seinem Erstflug im April diesen Jahres hat der A380 mehr als 300 Flugstunden hinter sich. Im Rahmen der Testflüge, die für die Zulassung des Flugzeugs notwendig sind, sei der A380 auch bereits nahe der Schallgrenze geflogen, sagte der für das A380-Programm zuständige Charles Champion. Derzeit verlässt Champion zufolge alle vier Wochen ein A380 die Montagehalle.

Airbus erwägt, die Produktion schneller hochzufahren als geplant, um Lieferengpässen künftig aus dem Weg zu gehen. Konkret werde überlegt, vor 2010 die Fertigung auf mehr als vier Maschinen pro Monat zu steigern, sagte eine Airbus-Sprecherin. Es sei aber noch nichts entschieden. Die Produktion sollte ursprünglich erst 2008/2009 einen Rhythmus von vier Maschinen pro Monat erreichen.

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