Airbus-Lösung: Merkel ist zufrieden – Wulff nicht

Airbus-Lösung
Merkel ist zufrieden – Wulff nicht

Mit einem gewaltigen Kraftakt will der angeschlagene europäische Flugzeugbauer Airbus die schwerste Krise in seiner Geschichte überwinden und 10 000 Stellen abbauen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Sanierungs-Konzept bereits als fair begrüßt.

HB BERLIN. Die Vorschläge seien in Hinblick auf die Lastenverteilung und die technologischen Chancen für die Partnerländer Deutschland und Frankreich ausgewogen, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. Sie erklärte ebenso wie SPD-Chef Kurt Beck, das Management trage eine Mitschuld an den Airbus-Problemen. Von einem Erfolg der deutschen Interessenvertretung sprach Wirtschaftsminister Michael Glos: „Ich finde es richtig, dass wir in gemessener Form deutsche Interessen gewahrt haben.“ An Management und Arbeitnehmer appellierte er, einvernehmlich die Airbus-Sanierung umzusetzen.

In den Bundesländern mit Airbus-Standorten fiel das Echo gemischt aus. Niedersachsens Regierungschef Christian Wulff kritisierte den geplanten Verkauf von Airbus-Werken: „Die Herauslösung von Standorten aus dem Konzernverbund findet unseren Widerstand.“ Zugleich sprach er aber von einer Standortsicherung der zivilen Luftfahrt in Norddeutschland. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust reagierte positiv: „Der Standort Hamburg wird - trotz der für die betroffenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schmerzhaften Einschnitte - mittel- und langfristig durch die Entscheidung gestärkt.“ Die Landesregierung in Baden-Württemberg zeigte sich „betroffen und enttäuscht“ über den geplanten Verkauf des Werks Laupheim.

Tausendfacher Stellenverlust

Airbus hatte zuvor im französischen Toulouse seinen Sanierungsplan „Power 8“ vorgestellt. Der sieht den Abbau von rund 10 000 Stellen vor. Davon entfallen rund 3700 auf Deutschland und 4300 auf Frankreich. Der Rest geht zu Lasten von Spanien und Großbritannien. Verkauft werden sollen die deutschen Werke in Varel und Laupheim sowie eine Fabrik im französischen Saint-Nazaire. Für die Werke im niedersächsischen Nordenham, im französischen Meaulte und Filton in Großbritannien sollen Partner gesucht werden.

Merkel äußerte sich zwar zufrieden, dass die Lasten der Sanierung gleichgewichtig verteilt wurden, zeigte aber Bedauern über den angekündigten Personalabbau bei Airbus. Glos und der neue Luft- und Raumfahrtkoordinator der Regierung, Peter Hintze, verwiesen auf Zusagen, dass der Personalabbau über mehrere Jahre gestreckt und damit sozialverträglich vorgenommen werden soll. „Bisher sieht das Airbus-Management keine Notwendigkeit von Entlassungen“, sagte Hintze mit Hinweis auf die Beschlüsse.

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