Airbus-Mitarbeiter kämpfen gegen Stellenabbau
„Wir werden das nicht hinnehmen“

Das trübe Wetter passt zur Stimmung der Airbus-Beschäftigten. Als die Einzelheiten zum Sanierungsplan „Power 8“ am Mittwoch endlich verkündet werden bestimmen Betroffenheit und Resignation, aber auch Kampfgeist und Wut die Reaktionen von Mitarbeitern und Politikern.

HB VAREL. Vom Werk im niedersächsischen Varel will sich Airbus trennen - ein Schock für den dortigen stellvertretenden Betriebsvorsitzenden Jürgen Blümel. Die Stimmung sei nun sehr gedrückt, „Es hat jeder im Geheimen geglaubt, der Kelch geht noch vorbei.“

Schon einige Zeit vor der offiziellen Verkündung sickern Details durch. Landrat Sven Ambrosy kommt daraufhin mit seinem Stellvertreter Olaf Lies zum Werkstor und erklärt: „Wir werden das nicht hinnehmen.“ Der ganze Landkreis stehe hinter dem Werk, denn jeder sechste Vareler arbeite dort. „Alles, was Varel schadet, schadet Friesland“, sagt Ambrosy.

Stunden vor der Verkündung des Sanierungsprogramms herrscht in Varel die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. In dem Werk wird nach Gleitzeit gearbeitet, die Mitarbeiter kommen und gehen vereinzelt. Kurz vor 15.00 Uhr jedoch ertönen die ersten Trillerpfeifen, Mitarbeiter mit roten IG-Metallfahnen treten auf das Werksgelände, während EADS-Co-Chef Louis Gallois in Toulouse die Einzelheiten zu Power acht verkündet. Pünktlich ziehen sich die drohenden Gewitterwolken über dem Werk zusammen, ein Wolkenbruch geht auf die Belegschaft nieder.

Nachdem die Mitarbeiter wissen, dass ihr Werk verkauft oder mit anderen Niederlassungen zusammengelegt werden soll, sagt IG-Metall-Vertrauensmann Dieter Lange: „Wir müssen das nun erstmal verdauen. Man will hier an unsere Jobs.“ Um das mitzuteilen habe man sechs Monate gebraucht. „Das ist unmöglich, eine Katastrophe.“ Das letzte Wort sei aber noch nicht gesprochen.

Einige Mitarbeiter versuchen auch, sich ein bisschen Mut zu machen: „Ich bin seit 34 Jahren im Werk und eigentlich immer optimistisch“, sagt Betriebsratsmitglied Joachim Gramberg. Nun sei er allerdings nicht so sicher. Das Werk werde gewiss weiter bestehen und produzieren, meint ein anderer. Ein dritter sagt aber auch: „Ich bin verarscht worden.“ Zwar werde das Werk nicht sofort, dafür aber später geschlossen.

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