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06.10.2006 

Ärger droht dem Konzern aber auch noch von anderer Seite. Ein EADS-Aktionär hat wegen des Zeitpunktes der Bekanntgabe der A380-Lieferprobleme Schadenersatzklage beim Landgericht Frankfurt gegen das Unternehmen eingereicht. „Nach uns vorliegenden Informationen stand bereits am 25. Februar 2006 fest, dass es zu Lieferverzögerungen von mindestens 18 Monaten und damit einhergehenden Ergebniseinbrüchen in den Jahren 2006 bis 2010 kommen wird“, sagte der KlägerAnwalt Klaus Rotter. Diese Insidertatsache sei aber vollständig erst mit der Ad-hoc-Mitteilung vom 3. Oktober 2006 veröffentlicht worden. Aktionäre, die vom 25. Februar 2006 bis 3. Oktober 2006 Aktien von EADS gekauft haben, hätten einen deutlich niedrigeren Preis für ihre Papiere bezahlt, wenn EADS sofort die Insidertatsache veröffentlicht hätte, sagte Rotter. Der klagende EADS-Aktionär hatte laut Rotter am 30. März 2006 Aktien zu einem Preis von 34,35 Euro gekauft. Das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat bereits am Mittwoch Untersuchungen wegen möglichen Verstößen durch Insiderhandel und gegen die Ad-Hoc-Pflicht bei EADS angekündigt.


Hoffnungsträger im Konzern

Militärsparte: Die extreme Abhängigkeit vom zyklischen Flugzeugbau gilt als Kernproblem des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS. Seit Jahren versucht die Firma daher, dem weniger schwankungsanfälligen Rüstungsgeschäft mehr Gewicht zu geben. Ziel ist es, mittelfristig den Anteil des Militärgeschäfts am EADS-Umsatz von rund 34 Mrd. Euro auf ein Drittel zu steigern. Zum Durchbruch könnte es kommen, wenn EADS den Milliardenauftrag für Tankflugzeuge in den USA gewinnen würde.

Eurocopter: Erfolgreich ist der Konzern im Geschäft mit zivilen und militärischen Hubschraubern. So setzte sich die Konzerntochter Eurocopter im Juli bei einem Hubschrauberauftrag über drei Mrd. Dollar gegen die US-Konkurrenz durch.

Raumfahrt: In der schwierigen Branche hat EADS gezeigt, dass es eine jahrelang defizitäre Sparte neu aufstellen kann. Vor allem das satellitengestützte Navigationssystem Galileo dürfte das Geschäft weiter beflügeln.

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