Airbus reduziert Zahl der Zulieferer
Airbus-Zulieferern geht's an den Kragen

Die Krise des Flugzeugbauers Airbus geht an den Zulieferfirmen nicht vorbei. Auch wenn das Unternehmen beteuert, dass es seine Zulieferer als „Teil der Familie“ sehe, so müssen doch demnächst 80 Prozent von ihnen um ihre Aufträge bangen. Vielen geht dann ihre Existenzgrundlage verloren.

HB PARIS. Airbus will die Zahl seiner Zulieferer um mehr als 80 Prozent von 3 000 auf 500 kürzen. Airbus-Sprecherin Marcella Muratore bestätigte diese Pläne am Montagabend. Zudem will Airbus seine Verwaltungskosten bis 2010 um 900 Mill. Euro abbauen. Auch neun von zehn Logistikzentren sollen wegfallen.

Airbus erklärte dazu am Montagabend, das Sanierungsprogramm „Power8“ sehe eine Verringerung der Zahl der Zulieferer vor. Doch das werde „nicht brutal von heute auf morgen“ geschehen. Airbus sehe die Zulieferer als „Teil der Familie“. Mit einem „smart buy“-Programm wolle Airbus den Einkauf bündeln. Im Oktober war von einer Senkung der Zahl der Lieferanten von 10 000 auf 7000 die Rede gewesen.

Mit „Power8“ will Airbus die Kosten ab 2010 nachhaltig um mindestens zwei Mrd. Euro senken. Die Verwaltungskosten sollen um 30 Prozent gedrückt werden. Dabei geht es um Einkauf, Werbung, Logistik und Managementstruktur. Die Zulieferer sollen sich neu gruppieren und Aufträge an Unterauftragnehmer weiterreichen, wie dies in der Autoindustrie bereits geschehen ist. Dabei will Airbus nicht nur die Verwaltungs- und Abrechnungskosten senken, sondern auch die Abhängigkeit vom Dollarkurs.

Weil viele spezialisierte Betriebe unter den Problemen bei der Fertigung des Airbus A380 leiden, greift die französische Regierung ihnen bereits mit Kreditgarantien unter die Arme. Auch in Deutschland wird über Hilfen debattiert. Von knapp 5000 französischen Lieferanten der Flugzeugbauindustrie hängen etwa 200 beim Umsatz mehr als zur Hälfte von Airbus ab.

Zuletzt hatten „Spiegel“ und „Wirtschaftswoche“ berichtet, nach den Pannen bei der Produktion des neuen Airbus-Großraumflugzeugs A380 bekämen in finanzielle Schwierigkeiten geratene Zulieferer möglicherweise Hilfe vom Bund. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) prüfe derzeit, wie sich die Produktionsverzögerungen auf die deutschen Zulieferer auswirkten.

Den Berichten zufolge fordert BDLI-Chef Hans-Joachim Gante - früherer Airbus-Deutschland-Chef - in einem Brief an die betroffenen Mitgliedsfirmen diese auf, die finanziellen Folgen der Verzögerungen zu quantifizieren.

„Erste Umfragen zeichnen ein Bild hoher Betroffenheit und lassen befürchten, dass eine erhebliche Anzahl von Zulieferern künftig nicht mehr zur Verfügung stehen wird und Wertschöpfungsprozesse aus Deutschland an das Ausland verloren gehen“, zitiert die „Wirtschaftswoche“ aus dem Schreiben. In einem ersten Gespräch mit Vertretern des Ministeriums sei Bereitschaft signalisiert worden, an einer Lösung mitzuwirken und „im konkreten Einzelfall Hilfen zur Verfügung zu stellen“, schreiben die Magazine.

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