Airbus-Rivale geht's gut Boeing hebt dank Jet-Geschäft ab

Das Geschäft mit Verkehrsflugzeugen boomt: Es ist längst nicht nur die 737, die sich bei Boeing gut verkauft. Der Gewinn steigt, die Prognose wird nach oben korrigiert. Nur eine Sparte schwächelt.
Update: 23.07.2014 - 16:31 Uhr Kommentieren
Modell der neuen Boeing 777X: Der Airbus-Konkurrent hebt nach guten Zahlen die Prognose an. Quelle: ap

Modell der neuen Boeing 777X: Der Airbus-Konkurrent hebt nach guten Zahlen die Prognose an.

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ChicagoDie starke Nachfrage nach Flugzeugen hält Boeing auf Kurs. Weltweit erneuern Airlines ihre Flotten mit spritsparenden Jets oder kaufen neue Maschinen dazu - wie in Asien, wo sich immer mehr Menschen das Fliegen leisten können. Boeing und der europäische Erzrivale Airbus heizen die Nachfrage mit der Entwicklung moderner Flugzeuge noch an, die günstiger im Unterhalt sind und weiter fliegen können als die Vorgängermodelle.

Im zweiten Quartal stieg der Boeing-Umsatz dank der guten Auftragslage um ein Prozent auf mehr als 22,0 Milliarden Dollar (16,3 Mrd Euro). Dabei konnte die Verkehrsflugzeug-Sparte das schwächere Geschäft im Rüstungs- und Raumfahrtbereich mehr als ausgleichen. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 Prozent auf unterm Strich annähernd 1,7 Milliarden Dollar, wie der Konzern aus Chicago am Mittwoch mitteilte.

In den Auftragsbüchern stehen mittlerweile mehr als 5200 Verkehrsjets im Rekordwert von 377 Milliarden Dollar. Alleine in diesem Jahr seien 783 Bestellungen hinzugekommen, erklärte Konzernchef Jim McNerney am Firmensitz in Chicago. Überdies hat Boeing Aufträge für Kampfjets und anderes Militärgerät sowie Raumfahrt- und Sicherheitstechnik im Wert von 63 Milliarden Dollar in seinen Büchern stehen.

Das sind Boeings Verkaufsschlager
huGO-BildID: 36677439 An4 American Airlines Boeing 767 awaits to take off at the Los Angeles International airport in Los Angeles on Wednesday, April
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Boeing 767

Der Großraumflieger ist bereits seit 1982 im Programm von Boeing. Seitdem wurde die Maschine mehr als 1100 Mal verkauft. Zu den Großkunden zählen besonders US-Unternehmen wie die American Airlines. Die goldenen Zeiten hat das Flugzeug aber offenbar hinter sich, 2013 lieferte Boeing nur noch 21 Stück aus. Eine 767-300ER kostete laut Boeing durchschnittlich 186 Millionen Dollar.

Schnee am Flughafen Frankfurt
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Boeing 747

Der Superjumbo ist eine Ikone der Luftfahrt. Beim Erstflug 1969 war die 747 die größte Passagiermaschine der Welt. Seitdem wurde das Flugzeug knapp 1500 Mal verkauft. Doch viele kommen wohl nicht mehr dazu: Im Jahr 2013 lieferte Boeing gerade noch 24 Maschinen aus.

New CEO of German air carrier Lufthansa Spohr and Prime Minister of Lower Saxony Weil sit inside cockpit of Boeing 747 at ILA Berlin Air Show in Selchow
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Boeing 747

Zu den letzten Großkunden des aktuellen Typs 747-8I gehört die Lufthansa. Auf der ILA in Berlin tauften Lufthansa-Chef Carsten Spohr (r.) und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil zuletzt eine neue Maschine. Im Durchschnitt kostete eine 747 im Jahr 2013 laut Boeing 357 Millionen Dollar.

huGO-BildID: 36558426 FILE - This June 18, 2013 file photo shows a line of Boeing 787 Dreamliners waiting to be delivered on a closed runway at Paine
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Boeing 787 Dreamliner

Der Nachfolger der 767 galt lange als Problemfall. Doch nach vielen technischen Makeln wurde es zuletzt ruhiger um den Wunderflieger der US-Amerikaner. 2013 lieferte Boeing 65 Maschinen aus – fast 20 mehr als im Vorjahr. Der Durchschnittspreis für den Dreamliner lag zwischen 212 Millionen Dollar (787-8) und 289 Millionen Dollar (787-10).

CHINA-AIR-BOEING
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Boeing 777

Das Großraumflugzeug für die Langstrecke ist gefragt: 98 Stück der „Triple Seven“ wurden 2013 ausgeliefert. Die Maschine punktet mit ihrer großen Reichweite. Ab 2020 soll noch der geringere Kerosinverbrauch hinzukommen. Dann geht voraussichtlich die 777X das erste Mal an den Start, die mit leichteren Materialien wie kohlenstoffverstärktem Kunststoff gebaut wird. Aktuell ist die größte Version, die 777-300ER, für durchschnittlich 320 Millionen Dollar zu haben.

The Boeing 737 aircraft of Brazilian airline Gol, which will travel with the Brazilian national soccer team during the 2014 World Cup, is presented to the media at Confins International Airport, in Belo Horizonte
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Boeing 737

Der Verkaufsschlager fliegt und fliegt und fliegt: 2013 lieferte Boeing von der 737 noch einmal mehr Maschinen aus. Insgesamt waren es 440 Stück des Mittelstreckenjets. Besonders die spritsparende 737-Max findet reißenden Absatz. Auch in Südamerika: Zur WM hat die brasilianische Airline Gol ein Flugzeug mit einer Sonderlackierung versehen. Die 737 steht in direkter Konkurrenz zum Airbus A320. Der Durchschnittspreis betrug zuletzt 96 Millionen Dollar für die 737-900ER und 110 Millionen Dollar für die 737-Max 9.

Angesichts der starken Flugzeug-Nachfrage und einer niedrigeren Steuerquote hob Boeing die Gewinnprognose für das laufende Jahr an - und das trotz zusätzlicher Entwicklungskosten für das militärische Tankflugzeug KC-46A in Höhe von 272 Millionen Dollar nach Steuern. Bei dem sogenannten Jahrhundert-Auftrag der US-Luftwaffe hatte sich Boeing nach langen Querelen gegen Airbus durchgesetzt.

Boeing rechnet in den kommenden zwei Jahrzehnten mit einer stärker wachsenden Nachfrage für neue Jets. Bis 2033 dürften demnach 36 770 neue Passagier- und Frachtmaschinen benötigt werden im Wert von zusammen 5,2 Billionen US-Dollar. Mehr als zwei Drittel der Nachfrage erwartet Boeing aus Asien und dem Pazifik-Raum; bei den Flugzeugtypen bleiben demnach Mittelstreckenjets wie die 737 gefragt sowie Großraumflieger mit zwei Triebwerken wie die 777.

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