Airbus-Sanierung: Deutschland dürfte gut wegkommen

Airbus-Sanierung
Deutschland dürfte gut wegkommen

Einen Tag vor seiner Veröffentlichung zeichnen sich Konturen des Sparprogramms für den Flugzeugbauer Airbus ab. Während sich der Mutterkonzern EADS noch in Schweigen hüllte, sickerten andererorts Details zu Stellenabbau und Werksschließungen durch. In Hamburg sollen 1000 Jobs abgebaut werden. Doch nicht alle Nachrichten sind für Deutschland unerfreulich.

HB BRÜSSEL. Nach monatelangem Tauziehen steht das Sanierungsprogramm für den angeschlagenen Flugzeugbauer Airbus: Laut Medieninformationen konnte sich Deutschland teilweise mit seinen Forderungen durchsetzen. Airbus will sich dem Vernehmen nach europaweit von 8000 Arbeitsplätzen trennen. Der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EBM) sieht bis zu 10 000 Stellen in Gefahr.

„Wir haben Signale erhalten, dass bis zu 10 000 Jobs abgebaut werden könnten", sagte EMB-Generalsekretär Peter Scherre. Die Arbeitnehmervertreter seien gegen jegliche Art von Werkschließungen, Verkäufe und Stellenabbau. Bereits in den nächsten zwei bis drei Wochen werde es den europaweiten Protesttag an den Airbus-Standorten geben. „Wir wollen, dass der technologische Spitzenkonzern EADS ein Modell bleibt für europäische Kooperation.“

Nach einem Bericht der Internet-Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ fallen in Deutschland 3500 und in Frankreich 4200 Arbeitsplätze weg. Dem NDR zufolge sollen im größten deutschen Airbus-Werk in Hamburg Finkenwerder etwa 800 Stellen gestrichen werden. Das „Hamburger Abendblatt“ berichtet von über 1000 Stellen, die abgebaut werden sollen.

Auch über die Aufteilung der Produktionslinien wurden in verschiedenen Medien Details bekannt. Die Arbeitsteilung beim Großraumjet A380 zwischen den beiden einflussreichsten Ländern im Konzern solle bestehen bleiben, hieß es unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Die neue A350 werde größtenteils in Frankreich produziert, der Rumpf der Mittel- und Langstreckenmaschine aber in Deutschland. Damit käme die wichtige Kohlefaser-Technologie nach Deutschland. Der Verkaufsschlager A320 und seine Nachfolgeversionen sollen nur noch hier zu Lande gebaut werden.

Zugleich könnten weniger Airbus-Werke verkauft werden als ursprünglich geplant. Die französische Wirtschaftszeitung „Les Echos“ berichtete unter Berufung auf Gewerkschaftskreise, EADS wolle sich von je zwei Produktionsstätten in Frankreich und Deutschland trennen. Im Umfeld des Konzerns hieß es, in Deutschland laufe es am ehesten auf Varel und Nordenham hinaus, zwei Werke in strukturschwachen Teilen von Niedersachsen.

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