Airbus-Sparprogramm
Deutsche haben offenbar gut gepokert

Nach wochenlangem Streit haben sich die Spitzen von EADS am Montagabend auf die umstrittene Airbus-Sanierung geeinigt. Details des Sparprogramms „Power8“ will das Unternehmen am Mittwoch präsentieren. Einiges ist aber schon durchgesickert. Demnach geht es für die deutschen Mitarbeiter noch mal glimpflich aus.

HB/fas/saf PARIS/BERLIN/MÜNCHEN. EADS will einem Zeitungsbericht zufolge weniger Airbus-Werke in Deutschland verkaufen als ursprünglich geplant. Das französische Wirtschaftsblatt „Les Echos“ berichtete am Montag vorab unter Berufung auf Gewerkschaftskreise, EADS wolle sich im Rahmen des Sanierungsprogramms nur von zwei deutschen Produktionsstätten trennen. Es dürfte sich um die Komponentenwerke in Nordenham und Varel in Niedersachsen handeln. In Frankreich sollten demnach ebenfalls zwei Airbus-Werke verkauft werden. In früheren Entwürfen sei dagegen noch erwogen worden, in beiden Ländern mehr als vier Werke abzustoßen, hieß es in dem Zeitungsbericht.

Insgesamt besitzt Airbus 16 Werke in Europa. Diejenigen, die abgestoßen werden, sollen an Investoren gehen und für Airbus weiterproduzieren – doch das in Konkurrenz, denn das Unternehmen will künftig global einkaufen. Kooperationen mit Russen, Chinesen und Indern sollen die Kosten drastisch senken.

Nach Informationen der Tageszeitung „Die Welt“ sollen in Deutschland insgesamt 3 500 und in Frankreich 4 200 Stellen wegfallen. Die Zahlen decken sich weitgehend mit denen der ARD-Sendung „Tagesthemen“, die berichtete, insgesamt sollten 7 500 Stellen wegfallen, davon 3 500 in Deutschland. In früheren Berichten war von bis zu 10 000 Arbeitsplätzen die Rede, was jeder fünfte in Europa gewesen wäre. Der Norddeutsche Rundfunk berichtete ohne Nennung von Quellen, EADS wolle im größten deutschen Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder 800 Arbeitsplätze streichen. Für Hamburg falle der Stellenabbau damit moderater aus als ursprünglich befürchtet, berichtete NDR 90,3.

Beim doppelstöckigen A380 soll die Arbeitsteilung zwischen beiden Ländern bleiben, schreibt die „Welt“ weiter. Der neue Langstrecken-Jet A350 werde zum Großteil in Frankreich produziert. Der Rumpf des Flugzeugs werde jedoch in Deutschland hergestellt. Damit käme die zukunftsträchtige Kohlefaser-Technologie in die Bundesrepublik. Die Produktion des mittelgroßen Airbus-Erfolgsmodells A320 komme komplett nach Deutschland, berichten „Welt“ und „Tagesthemen“ übereinstimmend. Auch der Nachfolger des A320 solle in Deutschland produziert werden, will die „Welt“ erfahren haben. Die A320-Familie hat die höchsten Stückzahlen, ist technologisch aber auch weniger anspruchsvoll als die A350.

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