Airbus und Boeing
Goldene Zeiten für die Flugzeugbauer

Hohe Ölpreise, die Gewalt im Nahen Osten, Probleme in der Flugzeugentwicklung – nichts kann derzeit den Optimismus der Luftfahrtbranche bremsen. Das spiegelt sich auch auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough wider. Wenn man den Prognosen trauen darf, dann können sich Boeing und Airbus vor Aufträgen bald nicht mehr retten.

FARNBOROUGH. Glaubt man der weltweiten Luftverkehrsvereinigung IATA, dann wächst der Luftverkehrsmarkt in den nächsten 20 Jahren dank steigender Einkommen, wachsender wirtschaftlicher Verflechtungen sowie grenzenlosen Tourismus doppelt so schnell wie das weltweite Sozialprodukt.

Das sind goldene Zeiten für ein funktionierendes Duopol. So gehen Boeing und Airbus davon aus, dass sich der Luftverkehrsmarkt in den kommenden Jahren rasant entwickeln wird. Unterstellt man bis 2025 die IATA-Prognosen, so wird der Markt im Schnitt um fünf Prozent pro Jahr wachsen, glaubt Boeing-Marketing-Chef Randy Baseler. Daran würden auch hohe Spritpreise nichts ändern: Im Gegenteil. Boeing rechnet damit, dass die hohen Treibstoffkosten den Druck auf die Airlines erhöht, effizientere Maschinen zu kaufen. Und Airbus argumentiert, dass die Zunahme der Passagierzahlen dazu führt, größere Flugzeuge einzusetzen. Das würde für den Riesen-Airbus A380 sprechen.

Gute Leute fehlen

27 000 Flugzeuge müssten bis dahin neu in den Markt, glaubt Boeing, das entspräche einem Gesamtvolumen von 2,6 Billionen Dollar. Und da außer Boeing und Airbus niemand mehr Maschinen über 100 Sitzplätze anbietet, dürften die Flugzeugwerften in Seattle (Boeing), Toulouse und Hamburg (Airbus) kräftig profitieren. „Wir suchen händeringend Ingenieure“, sagt EADS-Chef Tom Enders, der erst jüngst einräumen musste, dass die Flugzeugtochter Airbus mit den Auslieferungen nicht mehr nachkommt.

Billigflieger, aber auch Inder und Chinesen sind zurzeit die besten Kunden der Hersteller. Die Low-Cost-Airlines suchen vor allem Flugzeuge mit mittlerer Reichweite und geringen Betriebskosten. In Europa weiten derzeit Ryanair, Easyjet und Air Berlin ihre Flotten aus. Boeing schickt seinen bald 40 Jahre alten Klassiker 737 in der achten Version ins Rennen, Airbus die 20 Jahre jüngere A 320, die als effizienter gilt. Die Europäer haben im vergangenen Jahr dieses Modell fast 1 000-mal verkauft und liegen in diesem Segment deutlich vorn. Der Nachteil: Billigflieger verlangen hohe Rabatte.

Die umworbenen Milliardenvölker

Inder und Chinesen sind als Kunden sehr begehrt, wächst doch der Luftverkehr in Asien drei- bis viermal so schnell wie im Rest der Welt. Derzeit begrenzt vor allem die mangelnde Infrastruktur den Markt: Flughäfen stoßen an Kapazitätsgrenzen, Piloten sind kaum noch zu bekommen, doch Geld ist reichlich vorhanden.

Die Flugzeugbauer verdienen vor allem mit Maschinen, die mehr als 250 Sitzplätze haben. Solche Maschinen werden vor allem auf den Rennstrecken des Geschäftsverkehrs zwischen Europa, Asien und Nordamerika eingesetzt. Airbus geht hier mit seiner neuen A350 und dem Riesenairbus A380 ins Rennen. Boeing will neben seiner 787 auch den Jumbo-Jet neu überarbeiten. Mindestens 3 300 neue Maschinen sollen in den kommenden Jahren in diesem Segment verkauft werden.

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