Airbus unter Druck
Boeing steigert Flugzeugauslieferungen massiv

Als wenn der europäische Flugzeugbauer Airbus nicht schon genug Probleme hätte: Im dritten Quartal und den ersten neun Monaten 2006 hat der US-Rivale Boeing seine Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen massiv erhöht. Bei Großflugzeugen starten die Amerikaner aber noch nicht durch.

HB CHICAGO. Man habe im Juli-September-Abschnitt 100 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert, gab Boeing am Donnerstag bekannt. Im gleichen Zeitabschnitt hatte Boeing 2005 nur 62 Maschinen ausgeliefert. Seit Jahresbeginn nahmen die Fluggesellschaften und Leasingfirmen insgesamt 295 Boeing-Maschinen in Empfang gegenüber 217 Flugzeugen in den ersten neun Monaten 2005.

Besonders erfolgreich ist Boeing mit den 737-Typen gewesen, von denen 223 (160) ausgeliefert wurden. Von der Boeing 777 wurden 47 (30) Stück ausgeliefert. Dagegen nahmen die Kunden nur elf (neun) 747-Jumbos in Empfang. Boeing will in diesem Jahr 395 Verkehrsflugzeuge ausliefern, 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2007 rechnet Boeing bereits mit der Auslieferung von 440 bis 445 Maschinen.

Boeing 747-8 bisher eher als Frachter gefragt

Während Boeing bei mittelgroßen Langstreckenflugzeugen Airbus heftig unter Druck setzt, beschert die A380-Krise dem Großflugzeug 747-8 von Boeing bisher noch keinen Auftragsboom. Für die Frachtversion liegen nach Angaben von Boeing 30 Bestellungen vor, für das Passagiermodell ein Auftrag eines „nicht genannten Kunden“.

Boeing baut bei der 747-8 auf ein Grundkonzept von 1969 auf. Damals hob der erste Jumbo-Jet ab. Die Folgemodelle 747-200, -300 und -400 wurden umfangreich modernisiert, zum Beispiel mit neuen Triebwerken und neuen Systemen in Cockpit und Kabine. „Bei der 747-8 wollen wir von den Neuentwicklungen für 777 und 787 profitieren“, sagt Randy Tinseth, Marketingdirektor für das 747-8-Programm. Das heißt: Neue Werkstoffe und Geräte, die schon in den kleineren 777 und 787 zum Einsatz kommen, sollen auch in die 747-8 kommen. „Das sind zum Beispiel die sparsamen Triebwerke“, sagt Tinseth.

Die 747-8 soll in einer normalen Drei-Klassen-Ausstattung mit First, Business und Economy Platz für 450 Reisende bieten. Zum Vergleich: In der Airbus A380-Standardversion können 555 Passagiere reisen.

Nach Angaben von Boeing soll die erste 747-8-Frachtversion im dritten Quartal 2009 an Cargolux geliefert werden, wenige Monate später soll Nippon Cargo Airlines sein erstes Flugzeug der Baureihe übernehmen. Bisher ist die 747-Familie - ob Frachter oder Passagierflugzeug - eine Erfolgsgeschichte. Insgesamt hat der Konzern seit den 60er Jahren mehr als 1400 Flugzeuge aus der Familie verkauft. Bei Lufthansa, Singapore Airlines und vielen weiteren europäischen und asiatischen Gesellschaften ist die 747-400 derzeit Flaggschiff der Langstreckenflotte.

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