Airbus-Werke sollen in Deutschland bleiben
OHB schmiedet neuen Luftfahrtkonzern

Die Neuordnung der deutschen Luftfahrtindustrie nimmt Gestalt an. Noch in dieser Woche werden Airbus und der Bremer Technologiekonzern OHB mit Gesprächen über die Zukunft der Airbus -Werke in Varel, Nordenham und Augsburg beginnen. OHB will den Verbund der drei Werke zu einem neuen Zulieferkonzern ausbauen. Die Finanzierung könnte allerdings schwierig werden - möglicherweise kommt ein Finanzinvestor hinzu.

AUGSBURG. "Wir werden die industrielle Führung übernehmen, und Airbus wird für eine bestimmte Zeit einen Minderheitsanteil halten", sagte OHB-Chef Marco Fuchs im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der relativ kleine Bremer Technologiekonzern ist kurz vor Weihnachten überraschend von der Airbus -Mutter EADS zum "bevorzugten Bieter" für die deutschen Werke benannt worden. Mit über 6 000 Beschäftigten und einer Milliarde Euro Umsatz sind sie ein Eckpfeiler der deutschen Airbus -Produktion, hier entstehen Flugzeugrümpfe für sämtliche Airbus-Modelle. Airbus will sich trotz voller Auftragsbücher von seinen eigenen Zulieferern trennen und sich auf die Entwicklung und Endmontage beschränken.

Zudem arbeitet Airbus -Chef Tom Enders an einem Plan, die Kosten bei den Zulieferern zu senken und mehr Produktion in den Dollar-Raum zu verlagern. Die Schwäche des Dollars hatte Enders Ende vergangenen Jahres als "lebensbedrohlich" bezeichnet.

Die Dollar-Frage ist nach den Worten von Fuchs nicht "allein entscheidend" für die Kostenrechnung, da in den Fabriken hochautomatisiert gearbeitet werde. "Klar ist: Wir müssen billiger werden", sagt Fuchs. "Letztlich gehen wir eine Wette ein: Wie viel Cash-Flow bleibt nach den Einsparungen übrig?", so der OHB-Chef. Befürchtungen über einen Arbeitsplatzabbau und eine Verlagerung an Billigstandorte tritt der OHB-Chef entgegen. "Für eine Verlagerungspolitik sind wir der falsche Partner. Wir bleiben mit der Arbeit in Deutschland", betont Fuchs.

Kernpunkt der Gespräche zwischen Airbus und OHB werden die künftigen Lieferbeziehungen sein. Fuchs rechnet wie die übrigen Käufer der europäischen Airbus -Werke mit "signifikanten Anteilen" an der Fertigung des künftigen Langstreckenflugzeugs A350 XWB. Der neue Hoffnungsträger soll ab 2013 fliegen und wie der Boeing -Konkurrent "Dreamliner" erstmals einen kompletten Rumpf aus Kohlefasern erhalten. Allein die Umstellung auf den neuen Werkstoff dürfte Investitionen von 200 bis 300 Millionen Euro erforderlich machen.

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