Airbus zahlt Entschädigung
13 Millionen Euro für die A400M-Pannen

Als Ausgleich für Pannen beim Militärtransporter A400M muss Airbus einem Medienbericht zufolge eine Millionensumme an die Bundeswehr zahlen. Außerdem sollen Mängel am Transporter kostenfrei behoben werden.

BerlinAirbus muss wegen der Probleme beim Transportflugzeug A400M laut einem Medienbericht eine Entschädigung von 13 Millionen Euro an die Bundeswehr zahlen. Das habe Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder mit dem Konzern ausgehandelt, hieß es am Freitag bei „Spiegel Online“ ohne nähere Quellenangabe. Die Entschädigung würde demnach allerdings nicht einmal zehn Prozent des Stückpreises eines der Militärtransporter von rund 175 Millionen Euro umfassen. Das Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der A400M sollte bei der Bundeswehr eigentlich schon vor Jahren die betagten Transall-Maschinen ersetzen. Die Auslieferung des Militärtransporters liegt jedoch weit hinter dem Zeitplan zurück. Bislang hat die Bundeswehr erst eine einzige flugfähige Maschine zur Erprobung erhalten, mehr als höchstens zwei Maschinen dürften die Streitkräfte dem Bericht zufolge auch im laufenden Jahr nicht mehr bekommen.

Die Einigung sieht laut „Spiegel Online“ zudem vor, dass Airbus Mängel an den zur Auslieferung anstehenden Maschinen kostenfrei beheben muss. Die Bundeswehr dürfe bis dahin 17 Prozent des Kaufpreises zunächst einbehalten, zudem gebe es pro Flieger eine Gutschrift von 2,2 Millionen Euro. Außerdem muss Airbus demnach die Maschinen kostenfrei modernisieren, von denen derzeit nur eine abgespeckte Version angeboten wird. So fehlen bislang Selbstschutzeinrichtungen zur Abwehr feindlicher Geschosse; auch für das Landen auf nicht betonierten Pisten gab es zunächst Einschränkungen.

Das Verteidigungsministerium wollte sich laut „Spiegel Online“ nicht zu der Einigung äußern, da mit dem Hersteller Stillschweigen vereinbart worden sei. Die Bundeswehr hatte insgesamt 53 der Transportmaschinen bestellt. Weitere A400M gehen an andere europäische Staaten. Nach dem Absturz einer für die Türkei bestimmten Maschine im spanischen Sevilla hatte auch der einzige A400M der Bundeswehr zeitweise am Boden bleiben müssen.

Die Grünen-Verteidigungsexpertin Agniezka Brugger verwies in Berlin zudem auf Softwareprobleme beim A400M, was für die Planung von Einsätzen eine Vorlaufzeit von 50 Stunden erforderlich mache. Brugger forderte mit Blick auf die Pannenserie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf, „den Kuschelkurs mit der Rüstungsindustrie ein für alle Mal zu beenden“. Vor neuen Großaufträgen müssten im Vorhinein Entschädigungsansprüche festgelegt werden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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