Airline steuert auf den Konkurs zu
Police wird neuer Alitalia-Chef

Der Alitalia-Verwaltungsrat hat Aristide Police an die Spitze der krisengeschüttelten italienischen Fluggesellschaft berufen. Police soll den Posten von Maurizio Prato übernehmen, der nach dem Scheitern der Übernahmeverhandlungen mit Air France-KLM zurückgetreten war. Der Verwaltungsrat hält an den Übernahmeplänen fest.

MAILAND. Die Offerte des französisch-niederländischen Konzerns sei weiterhin geeignet, Alitalia wieder in die Gewinnzone und zum Wachstum zu führen, erklärte der Verwaltungsrat am Abend. Das Gremium kündigte für den kommenden Dienstag eine weitere Sitzung an. Bis dahin solle überprüft werden, ob die Bedingungen für eine Fortführung des Geschäfts noch gegeben seien. Die Aktien sollen so lange vom Handel ausgesetzt bleiben. Ein Treffen zwischen dem Alitalia-Management und den Gewerkschaften ist für heute Vormittag geplant.

Der italienischen Fluggesellschaft droht der Konkurs. Nach dem Scheitern der Gespräche mit der französisch-niederländischen Air France-KLM bleibt der angeschlagenen Airline kaum ein Ausweg. Die Deutsche Lufthansa hat gestern wieder versichert, nicht am Kauf interessiert zu sein. Die Italiener hoffen jetzt auf eine Wiederaufnahme der Gespräche mit den Franzosen. Am Mittwochabend war auch die letzte Verhandlung von Air France-KLM mit den Gewerkschaften von Alitalia gescheitert. Air-France-KLM-Chef Jean-Cyril Spinetta hatte die Forderungen der Arbeitnehmervertreter abgelehnt und die Gespräche als gescheitert erklärt.

Die Regierung in Rom will nach italienischen Agenturberichten prüfen, ob es noch Raum für Verhandlungen mit Air France-KLM gibt, und gleichzeitig die Weiterführung des Flugbetriebs garantieren. Alitalia fliegt derzeit täglich eine Million Euro Verlust ein und hatte Ende März weniger als 200 Mill. Euro liquide Mittel. Der scheidende italienische Wirtschafts- und Finanzminister Tommaso Padoa-Schioppa hat noch gestern gewarnt, dass der Fluggesellschaft ohne die Franzosen nur noch der Weg in die Insolvenzverwaltung bleibe. Und Außenminister Massimo D'Alema schimpfte: „Es ist wirklich alles getan worden, um die einzige mögliche Perspektive, den Konzern zu retten, zum Scheitern zu bringen. Entweder wir finden jetzt ganz schnell eine Lösung, oder Alitalia ist endgültig verloren.“

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