Aktie auf Talfahrt
Roche beendet Zusammenarbeit mit Epigenomics

Das deutsche Biotech-Unternehmen Epigenomics muss einen kräftigen Schlag verdauen. Der Pharmakonzern Roche hat die Zusammenarbeit beendet. Entsprechend heftig fielen die Reaktionen an der Börse aus.

HB ZÜRICH/FRANKFURT. Damit hat Epigenomics hat mit Roche Diagnostics einen seiner wichtigsten Entwicklungspartner verloren. Anleger reagierten enttäuscht und schickten die Epigenomics-Aktie am Freitag auf Talfahrt. Beide Unternehmen teilten mit, dass die Sparte des Schweizer Pharmakonzerns Roche die Zusammenarbeit mit der Berliner Biotechfirma bei der Entwicklung molekulardiagnostischer Produkte für die Krebsfrüherkennung vollständig eingestellt habe. Roche Diagnostics werde alle Verträge und Lizenzen an Epigenomics zurückgeben. Die von Epigenomics vorgelegten Daten für einen Darmkrebstest erfüllten die Kriterien für die Entwicklung eines diagnostischen In-Vitro-Tests nicht, begründeten die Schweizer ihre Entscheidung.

Epigenomics zeigte sich dagegen davon überzeugt, dass die Qualität der Daten zur Weiterentwicklung und Vermarktung eines Krebsfrüherkennungstestes ausreiche. Epigenomics und Roche Diagnostics hatten seit Herbst 2002 bei der Entwicklung molekulardiagnostischer Produkte für die Früherkennung von Krebs zusammengearbeitet und die Kooperation Anfang des Jahres bis September 2007 verlängert. Zuletzt hatte sich die beiden Firmen auf die Entwicklung von drei Früherkennungstests für Darm-, Prostata- und Brustkrebs konzentriert.

„Wir sind von Roches Entscheidung enttäuscht und mit ihrer Einschätzung, die Studiendaten erfüllten nicht die Entwicklungskriterien, absolut nicht einverstanden“, erklärte Epigenomics-Vorstand Christian Piepenbrock. Im Rahmen der Vereinbarung hatte Epigenomics von Roche eine Vorauszahlung über vier Millionen Euro sowie Zahlungen für Forschung und Entwicklung und das Erreichen bestimmter Forschungsziele erhalten. Nach einer Markteinführung hätte das Unternehmen Tantiemen auf Produktverkäufe erhalten.

Die im Prime Standard notierten Aktien von Epigenomics brachen nach der Nachricht um mehr als 40 Prozent auf 2,71 Euro ein. Erst kürzlich hatte Epigenomics erneut seine Jahresziele senken müssen und die Einstellung mehrere Forschungsprojekte am Stammsitz in Berlin sowie die Streichung von fast einem Drittel der Stellen angekündigt. Epigenomics arbeitet unter anderem noch mit dem Pharmariesen Astra-Zeneca sowie mit den Biotechkonzernen Affymetrix und Qiagen zusammen.

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