Aktie auf Talfahrt
Schlechte Stimmung am Markt erfasst Lanxess

Der Chemiekonzern Lanxess hat wegen des Verkaufs des Kunststoffgeschäfts Lustran Polymers an den britischen Chemieriesen Ineos im zweiten Quartal unter dem Strich rote Zahlen geschrieben. Obwohl die Zahlen nicht überraschend kamen, mussten die Papiere des Unternehmens am Vormittag herbe Verluste hinnehmen.

HB FRANKFURT. Lanxess habe zwischen April und Juni 59 Mill. Euro Verlust verbucht nach einem Überschuss von 77 Mill. Euro vor Jahresfrist, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Leverkusen mit. Grund sei ein Sonderaufwand von 150 Mill. Euro im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Kunststoffgeschäfts Lustran Polymers an den britischen Chemieriesen Ineos.

Dank Preisanhebungen, Einsparungen und der anhaltend guten Branchenkonjunktur nahm dagegen der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen um fünf Prozent auf 211 Mill. Euro zu. Analysten hatten nach einer Umfrage von Reuters im Durchschnitt nur mit 205 Mill. Euro gerechnet. Die operative Rendite verbesserte sich um 0,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. „Damit sind wir unserem Ziel, die Profitabilität unserer Wettbewerber zu erreichen, wieder ein Stück näher gekommen“, erklärte Konzernchef Axel Heitmann. Er will das Unternehmen auf Rendite trimmen.

Mit mehreren Sparprogrammen und dem Verkauf margenschwacher Geschäftsteile soll Lanxess bei der Ertragskraft zur Konkurrenz aufschließen. Diese hatte 2006 etwa zwölf bis 14 Prozent Umsatzrendite erreicht.

Der Konzernumsatz von Lanxess sank im zweiten Quartal wegen des Verkaufs von Geschäftsteilen und ungünstiger Wechselkurse um 1,4 Prozent auf 1,73 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr stellte das Management nun einen Anstieg des Ebitda vor Sondereinflüssen auf 700 bis 720 Mill. Euro in Aussicht. 2006 standen 675 Mill. Euro zu Buche. Bislang hatte Lanxess erklärt, der bereinigte operative Gewinn soll um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz zulegen.

Das Anfang 2005 von Bayer in die Unabhängigkeit entlassene Unternehmen hatte Ende Juni angekündigt, sein ertragsschwaches Kunststoffgeschäft Lustran Polymers in zwei Schritten an Ineos zu verkaufen. Zunächst soll Lustran in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Ineos eingebracht werden, woran Lanxess noch für zwei Jahre einen Minderheitsanteil von 49 Prozent behalten will. Mit einer operativen Umsatzrendite von rund 1,8 Prozent 2006 war Lustran eines der Geschäfte, deren Rendite unter fünf Prozent lag. Diese Schwelle will der Konzern spätestens 2009 in keiner Sparte mehr unterschreiten.

Konzernchef Heitmann sagte am Donnerstag, er erwarte keine Verluste mehr durch den Verkauf.

Am Vormittag verloren die Titel von Lanxess fast 7 Prozent. Händler führten dies in erster Linie auf die allgemein schlechte Marktstimmung zurück. „Es herrscht eine Ausverkaufsstimmung und darunter leidet auch Lanxess“, sagt ein Händler. „Mit den Zahlen hat das nichts zu tun, zumal die ja teilweise schon in der Presse kursiert sind“, fügt ein anderer Börsianer an.

„Ich habe nichts negatives in den Zahlen entdeckt“, sagt ein Analyst. „Allerdings kann es sein, dass der Markt beim Ausblick eine Aussage in Richtung Zukäufe erwartet hat und jetzt enttäuscht reagiert.“

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