Aktie beflügelt
Großprojekte: Conergy kann Umsatz mehr als verdoppeln

Die angeschlagene Solarfirma Conergy hat im zweiten Quartal ihren Umsatz mehr als verdoppelt und operativ einen geringeren Verlust verbucht als erwartet. Anleger feiern den Hamburger Konzern.

HB DÜSSELDORF. Vor Zinsen und Steuern ging der Fehlbetrag (Ebit) auf sieben Mill. Euro zurück nach einem Minus von 29 Mill. Euro vor Jahresfrist, wie Conergy am Freitag mitteilte. Analysten hatten mit einem Verlust von elf Mill. Euro gerechnet. Wegen hoher Zinsaufwendungen stieg indes unter dem Strich der Fehlbetrag auf 23 (Vorjahr: minus 18) Mill. Euro. Der Umsatz schnellte wegen einiger Großprojekte auf 379 (178) Mill. Euro und lag damit beinahe 100 Mill. Euro über den Erwartungen.

Die Aktie notierte vorbörslich rund zehn Prozent über ihrem Vortagesschluss von 9,17 Euro. Conergy musste auf Verlangen der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) unter anderem die Bilanz des ersten Halbjahres 2007 neu erstellen. Danach wies der Konzern Verluste aus, nachdem er zunächst Gewinne gemeldet hatte.

Zum Ausblick machte Conergy keine Angaben. Vorstandschef Dieter Ammer begründete dies mit der geplanten Kapitalerhöhung. Da derzeit das Wertpapierprospekt erstellt werde, könne und dürfe er aus rechtlichen Gründen zu den Jahreszielen keine Angaben machen. Ursprünglich hatte Ammer für 2008 zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) einen Gewinn avisiert.

Conergy war im vergangenen Jahr beim Versuch, die Firma zu einem Öko-Mischkonzern auszubauen, an den Rand der Pleite geraten. 2007 fiel ein Nettoverlust von einer Viertelmilliarde Euro an.

Die Quartalsergebnisse beflügelten die Conergy-Aktien am Freitag morgen. Zum Börsenstart schossen die Titel zunächst um zehn Prozent ins Plus und verloren danach leicht. "Das Umsatzplus ist schon beeindruckend", sagte ein Händler. "Nachdem die Aktie in den vergangenen Monaten kräftig verloren hatte, nutzen Anleger nun die Chance zum Einstieg."

Die LBBW-Analysten zeigen sich eher skeptisch: Die Bruttoertragsmarge habe sich trotz eines eines überraschend guten Umsatzwachstums kaum verbessert. Die erfreuliche Entwicklung gehe vor allem auf das Projektgeschäft von Epuron zurück, heißt es.

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